Sport : Danke, Super-Mario

Mathias Klappenbach

über die unendliche Karriere des Mario Cipollini Am besten sind deine Trikots. Noch besser als die aufwändigen Frisuren. Und – das ist ehrlich gemeint – danke, Super-Mario, dass wir dich dabei bestaunen dürfen, wie du ein weiteres Jahr viel Wind um dich selbst machen wirst.

Ob im Leopardenfell oder in einem Skelett-Anzug, wie man ihn eigentlich nur jetzt zu Halloween trägt: Mario Cipollini hat bei seinen vielen Siegerehrungen immer eine gute Figur abgegeben. Das ist ihm ja auch das Wichtigste. Deshalb kann der 38-Jährige Egomane nicht damit aufhören, da zu sein, wo ihm Aufmerksamkeit garantiert ist: auf der Zielgeraden eines Radrennens. Im Sprint gegen die Jüngeren und inzwischen Schnelleren, die den alten Mann mit dem nötigen Respekt behandeln und ihn gleichzeitig nur noch mitleidig belächeln. Über die Berge fährt der Playboy des Pelotons sowieso schon lange nur noch mit seiner Harley-Davidson.

Vor zwei Jahren war der Italiener schon zurückgetreten. Gerade noch rechtzeitig, wie man dachte. Dann kam er zurück und wurde Weltmeister. Er wurde zu jemandem, der nur noch seiner eigenen Legende hinterherfahren kann. Und uns mit seinen spektakulären Auftritten weiter hervorragend unterhält.

Der deutsche Gegenentwurf zu Cipollini, der Hackl-Schorsch, ist auch schon 38 Jahre alt. Und geht immer in seinem langweiligen Rennanzug zur Siegerehrung, so wie gestern bei der nationalen Weltcup-Ausscheidung. Aber Hackl gewinnt noch. Cipollini soll schon dabei gesehen worden sein, wie er verschiedene Clownskostüme anprobiert hat.

0 Kommentare

Neuester Kommentar