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Dante, Reus, Neustädter : Wildern in Mönchengladbach

21.02.2012 13:15 Uhrvon
Dante (l.) freut sich auf München, Reus auf Dortmund und Neustädter (r.) auf Schalke. Aber was wird aus Gladbach?Bild vergrößern
Dante (l.) freut sich auf München, Reus auf Dortmund und Neustädter (r.) auf Schalke. Aber was wird aus Gladbach? - Foto: AFP

Bundesliga-Überraschung Mönchengladbach verliert mit Dante den nächsten Leistungsträger. Für die Fans der Borussen ist das schwer zu ertragen, aber es gibt dennoch Hoffnung.

An welchem Punkt schlägt Quantität eigentlich in Qualität um? Mit dieser Frage muss sich Max Eberl, der Sportdirektor von Borussia Mönchengladbach, gerade auseinandersetzen. Als Eberl Anfang des Jahres die Nachricht ereilte, dass Marco Reus im Sommer zu Borussia Dortmund wechseln wird, hat er noch große Gelassenheit zur Schau getragen. So was passiert eben im Fußball. Die Reichen und Großen bedienen sich bei den Armen und Kleinen. Von diesem Mechanismus sind die Gladbacher nicht exklusiv betroffen. Selbst Dortmund hat – obwohl Meister – seinen wichtigsten Spieler Nuri Sahin nicht halten können, und auch Schalke 04, ebenfalls ein Schwergewicht, musste seinen Volkshelden Manuel Neuer zu den Bayern ziehen lassen.

Es ist gut möglich, dass Eberl die Sache inzwischen etwas weniger gelassen sieht. Was den Gladbachern und ihrem Sportdirektor gerade widerfährt, erfüllt vermutlich schon den Tatbestand der Wilderei. Neben Reus und Roman Neustädter (zu Schalke) wird auch der Brasilianer Dante den Klub verlassen und zu den Bayern wechseln. Die Borussia verliert damit auf einen Schlag eine komplette Achse.

Für die Gladbacher ist das auch insofern ernüchternd, als sie gerade selbst ein rasantes Wachstum erleben und nach Jahrzehnten des Darbens plötzlich wieder eine echte Zukunft zu haben schienen. Dass sie vor ein paar Jahren den Nationalspieler Marcell Jansen nicht für die Zweite Liga begeistern konnten – okay. Dass Marko Marin, ebenfalls Nationalspieler, die Perspektive Abstiegskampf auf Dauer nicht besonders prickelnd fand – geschenkt. Aber jetzt? Mit der Qualifikation für den Europapokal vor Augen?

Für Romantiker ist das in der Tat schwer zu ertragen, aber vielleicht trösten sich die Gladbacher mit einem romantischen Blick auf die eigene Geschichte. Selbst in den Siebzigern, als die Borussia der nationalen Konkurrenz sogar weit voraus war, haben die besten Spieler den Klub reihenweise verlassen – ohne dass dies die Substanz der Mannschaft beschädigt hätte. Man kann es nämlich auch so sehen: Nur weil die Gladbacher ihre Stars immer wieder abgeben mussten, haben sie immer wieder neue Stars hervorbringen können.

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