Sport : Darauf ein Bier aus Bayern!

München freut sich auf WM-Start mit Klinsmann

Robert Ide

Berlin - Bisher hatten sie sich in München nicht recht anfreunden können mit der Fußball-WM 2006. Erst wurde ihnen die kulturelle Eröffnungsfeier von Berlin weggenommen. Dann dämmerte den bayerischen Bierbrauern, dass in den WM-Stadien nur das Bier eines amerikanischen Sponsors ausgeschenkt werden darf. Und schließlich mäkelte die sportliche Leitung der deutschen Nationalmannschaft, sie wolle nicht am Eröffnungsspiel in der Münchner WM-Arena teilnehmen. Das war – nach dem Finanzskandal um das in Bau befindliche Stadion – eine schlechte Nachricht zu viel. „Kampflos werden wir das nicht hinnehmen“, empörte sich Münchens Oberbürgermeister Christian Ude vor sechs Wochen. Am Donnerstag nun herrschte Erleichterung. Der Fußball-Weltverband Fifa hat entschieden, dass die deutsche Mannschaft das Eröffnungsspiel am 9. Juni 2006 in München bestreiten wird. „Wir freuen uns und sind erleichtert“, sagte eine Mitarbeiterin aus Udes Büro.

Wie berichtet, wird Klinsmanns Team die weiteren Gruppenspiele am 14. Juni in Dortmund und am 20. Juni in Berlin bestreiten. Die Gegner werden im Dezember 2005 ausgelost. Bei den letzten Turnieren hatte stets der Titelverteidiger die WM eröffnet (siehe Grafik), 2006 ist jedoch nach einer Regeländerung der amtierende Weltmeister Brasilien nicht direkt qualifiziert.

Die Eintrittskarten für alle Spiele sind erst ab Februar 2005 erhältlich, die preiswertesten werden 35 Euro kosten. „Wir wissen heute schon, dass wir zu wenig Karten haben“, sagt WM-Organisationschef Franz Beckenbauer. „Die Karten werden in kurzer Zeit weg sein.“ Die meisten Tickets sollen über das Internet vertrieben werden. Sie müssen frei verkäuflich sein. Zudem gibt es Kontingente für teilnehmende Verbände, für Presse und Sponsoren. Allein 350 000 der insgesamt 3,2 Millionen Karten werden von der Schweizer Agentur ISE vertrieben, die für den Hospitality-Bereich in den Stadien zuständig ist. Dort werden VIP- Gäste exklusiv betreut und bewirtet. Karten dafür sind bereits erhältlich, das billigste Ticket kostet 5650 Euro.

Für München überwiegen inzwischen die guten Nachrichten. Der Finanzskandal um den Bau der WM-Arena ist fast vergessen, die Eröffnung des Turniers wird dort mit deutscher Beteiligung stattfinden. Am Vortag richtet zwar die Fifa eine große WM-Kulturfeier im Berliner Olympiastadion aus, doch die deutschen Fußballer dürften dort wegen ihres Auftaktspiels kaum präsent sein. Und das bayerische Bier? Derzeit verhandelt die US-Brauerei Anheuser Busch, die das Bier Budweiser braut und WM-Sponsor ist, ob in den Stadionbechern auch bayerisches Bier ausgeschenkt werden darf. Theo Zwanziger, Vizepräsident des WM-Organisationskomitees, macht den Münchnern Hoffnung: „Es laufen Gespräche mit Budweiser, dass wir doch deutsches Bier anbieten dürfen.“ Bürgermeister Ude dürfte das versöhnlich stimmen.

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