Sport : Dardai, der Matchwinner

Hartmut Scherzer

Das letzte Aufgebot von Hertha BSC musste keine Glanzleistung bieten, um gegen den ehrgeizigen Zweitligisten Eintracht Frankfurt im Waldstadion das Viertelfinale im DFB-Pokal nach Verlängerung zu erreichen. Nach dem Rückstand durch Chen Yang schossen Josip Simunic und Pal Dardai die Tore zum verdienten 2:1-Sieg der spielerisch und konditionell stärkeren Mannschaft. Das mögliche 3:1 vergab Rene Tretschok, dessen wuchtig geschossenen Foulelfmeter (100.), von Rasiejewski an Pinto verursacht, Torwart Dirk Heinen mit einer tollen Parade über die Latte lenkte.

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Bundesliga-Tippspiel: Das interaktive Fußball-Toto von meinberlin.de Nur 10 000 Zuchauer interessierte das mäßige Pokalspiel. Zur Zweiten Liga kommen mehr. Die Frankfurter geraten nicht aus dem Häuschen, wenn ein prominenter Bundesligist antritt. Bei Hertha fehlten etliche vom Stamm. Neben den Langzeitverletzten Deisler, Konstantinidis und Beinlich waren auch Marcelinho (Adduktorenprobleme) und Alves (Leistenprobleme) sowie Sverrison (Oberschenkelzerrung) und Goor (Außenbandriss) zu Hause geblieben. Rehmer und Daei verließen zudem bereits in der ersten Hälfte verletzt den Platz. Für sie kamen Simunic und Pinto. Kiraly musste nach auskurierter Hüftverletzung auf die Rückkehr ins Tor noch warten. Dafür war Kapitän Preetz wieder von Beginn an dabei.

Für die Eintracht, die am Sonntag 1:2 daheim gegen LR Ahlen verloren hatte, besaß schon nach drei Minuten hatte der Pole Kryszalowicz die Chance zur Führung, traf aber in bester Schussposition den Ball nicht. Hertha wirkte optisch leicht überlegen, machte jedenfalls das Spiel im Mittelfeld, aber zu bedächtig und zu behäbig. Die Berliner hatten mit einem strammen Flachschuss von Maas (9.), den Torwart Heinen gerade noch mit den Fingerspitzen zur Ecke lenkte, nur eine nennenswerte Torchance in der ersten Halbzeit.

Das offene, aber drucklose Spiel Herthas kam der Eintracht, die sonst zu Hause in der Zweiten Liga gegen ein Bollwerk anrennen muss, sehr gelegen. Platz haben und schnell kontern, vor allem über die schnellen Außen Gebhardt und Wimmer, so mögen es die Frankfurter. In der 10. Minute traf Gebhardt nur das Außenetz, trickste dann Marx mit zwei Haken aus und schlug eine mustergültige Flanke auf den Kopf von Yang - und es stand 1:0. Van Burik hatte im Luftkampf gegen den Chinesen der Kürzeren gezogen.

Glück hatte Hertha, dass der schwache Schiedsrichter Sippel ein Handspiel von Tretschok im Strafraum durchgehen ließ. Ein wunderschöner Freistoß von Tretschok kurz nach der Pause, den Heinen spektakulär abwehrte - er lenkte den Ball an den Pfosten - schien das Signal für Hertha, endlich das Tempo zu erhöhen. Neuendorf und Tretschok schwangen sich zu den forschen Antreibern auf. Es dauerte fast 20 Minuten, bis die Eintracht zum ersten Gegenangriff kam - und der hätte eigentlich zum 2:0 führen müssen. Beim Konter drei gegen eins schoss Yang eigensinnig aus 20 Metern aufs und übers Tor, statt den Ball zu den frei stehenden Krysalowicz und Gebhardt zu schieben.

Hertha wurde nach der Pause drückend überlegen gegen eine müde werdende Eintracht, ohne allerdings klare Torchancen herauszuspielen. Bis ein erneuter Freistoß von Tretschok, eine Kopfballverlängerung von Preetz, ein Schuss von Simunic den Ausgleich und die Verlängerung brachte. "Ganz ehrlich: Kein gutes Spiel. Zum Glück haben wir noch den Ausgleich gemacht", meinte Manager Dieter Hoeneß.

Und da ist ja auch noch Pal Dardai. Der Ungarn wird für Hertha immer wertvoller. Schon bei den jeweiligen 2:1-Siegen im Pokal bei RW Erfurt und gegen Bayern München hatte Dardai jedesmal den Siegtreffer erzielt.

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