Sport : Das 59. Leichtathletik-Spektakel wird wieder ein Jackpot-Finale sein

Ernst Podeswa

Alle reden davon - die Volleyballer von Eintracht Innova ebenso wie Macher bei den Eisbären, das Hertha-Management wie der Vorstand der Spandauer Wasserballer. Doch wer kann sagen, wie er derzeit oder in zehn Jahren ausschaut? Der Event - der letzte Schrei bei der Präsentation eines Sportereignisses. Irgendwann, man durfte es ahnen, stand am Mittwochabend auf der Pressekonferenz des Internationalen Stadion-Festes (Istaf) im Radisson-Hotel dieses Zauberwort im Raum. Benannt von Rudi Thiel, Direktor und Visionär des Istaf. "Wie das Istaf in zehn Jahren präsentiert wird, vermag ich nicht zu sagen", meinte der 71-Jährige. "Wir hatten sicherlich einige Jahre, in denen das Istaf als Event empfunden wurde. Das war der Fall, wenn das Erlebnis Top-Leichtathletik mit Rekorden und großen Duellen die Zuschauer fasziniert hat. Und alle - Athleten, Sponsoren, Fans, Medienvertreter - gutgelaunt und gelöst den Heimweg antraten."

Christian Fürstenwerth, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit, ergänzte: "Wir stellen einen Event auf die Beine, wenn wir mit auch Leute ausserhalb des harten Kerns von Leichtathletik-Fans ins Stadion holen und für ein Wiederkommen gewinnen."

Michael John, seit Januar Geschäftsführer der neugegründeten Istaf-GmbH und in dieser Funktion bestätigt, hat bei Sportfesten in Stockholm und Birmingham etwas gesehen, was richtungsweisend für Sportereignisse mit Eventcharakter sein könnte: "Die haben dort eine Art Regisseur, der nach einem drehbuchähnlichen Ablauf alles verknüpft: Die Wettkämpfe, die Ansagen, die Einblendungen auf der Stadion-Leinwand, die Präsentation der Stars, Interviews. Alles ist haarklein vorbereitet und liegt voll in den Händen des Meeting-Regisseurs." Ein Event sei mehr als nur das, was auf Laufbahn und Rasen passiere. Das Drumherum sei wichtig, man müsse Unterhaltung bieten, Infostände, Souvenirverkauf, Imbiss, "so, dass jeder auf seine Kosten kommt. Die Kids ebenso wie der sportbegeisterte Rentner."

Einiges davon hatte auch die zurückliegende 58. Istaf-Auflage Anfang September zu bieten. Mit den Höhepunkten Jackpotaufteilung von einer Million Dollar für die Weltmeister Gabriela Szabo und Wilson Kipketer und den 2000-m-Weltrekord von Hicham El Guerrouj. Rund 128 Millionen weltweit sahen via TV das Finale der Golden League im Olympiastadion, wie Peter Stastny vom Marketing-Partner ISL informierte.

Die Golden League wird auch im kommenden Sommer sieben Stationen mit dem Final-Schauplatz Berlin (1. September) aufweisen. Fünf Disziplinen (100 m, je eine Mittel- und Langstrecke bei Frauen und Männern sowie der Stabhochsprung) bilden das Standardprogramm. Erneut steht ein Finanzvolumen von 4,3 Millionen Mark zur Verfügung. Das Besondere des 59. Istaf: Es geht während des Stadionumbaus über die Bühne und wird Rudi Thiels "letztes Mitwirken an meinem Lebenswerk Istaf" sein.

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