Sport : Das Bedürfnis nach Sicherheit

Friedhard Teuffel

erklärt, warum der FC Hansa Jörg Berger verpflichtet hat Der deutsche Fußball schien in dieser Saison ein ganz neuer zu werden, ein ganz moderner. In der Bundesliga spielen auf einmal Vereine ohne prominente Angestellte wie Hannover 96, Arminia Bielefeld oder der FSV Mainz 05 einen frischen, mitreißenden Fußball. „Spiel gegen den Ball“ nennt der Mainzer Trainer Jürgen Klopp sein Verständnis, es ist ein Spiel voll Improvisation, aber gleichzeitig mit strengen Raumordnungsvorschriften. In der Nationalmannschaft zieht Bundestrainer Klinsmann inzwischen amerikanische Mentaltrainer zu Rate, und Teammanager Oliver Bierhoff möchte Reinhold Messner als Referent für den Fachbereich Selbstüberwindung gewinnen.

Doch mitten ins Reformzeitalter zerrt der FC Hansa Rostock nun Jörg Berger, den Altmeister des Klassenerhaltkampfes. Der Trainer soll wieder einmal einen Klub vor dem Abstieg retten. Hansa ist Bergers 15. Klub in den vergangenen 25 Jahren. Wer auf Jörg Berger angewiesen ist, der hat schon weiche Knie. Seine Verpflichtung zeigt, wie groß das Bedürfnis nach Sicherheit im Fußball ist. Berger bringt immer seine Formel mit, dass alles doch noch gut werden kann.

Man kann davon ausgehen, dass Berger seine Sofortmaßnahmen am Unfallort in den vergangenen Jahren nicht verändert hat. Warum sollte er auch? Meistens ist es ja noch gut gegangen. Erstaunlich ist jedoch, dass die Rostocker ihm gleich einen Vertrag bis 2006 angeboten haben. Berger ist zwar ein Experte für Nichtabstieg. Aber nach dem Erreichen des Ziels sollte ihm ein Experte für modernen Fußball folgen.

0 Kommentare

Neuester Kommentar