Sport : Das Beste zum Schluss

Eisbären erobern nach 5:4 erstmals die Tabellenspitze

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Berlin Marco Sturm, Andy McDonald und Jamie Langenbrunner – es war wohl die prominenteste Sturmreihe, die die Zuschauer im Sportforum je zu sehen bekamen. Schuld daran, dass die drei Eishockey-Stars gestern vor 5000 Zuschauern unter einem Wellblechdach spielten, ist der Saisonausfall in der National Hockey League (NHL), den das Trio um Marco Sturm beim ERC Ingolstadt überbrückt. Allerdings sahen die Fans auch, dass Eishockey-Millionäre nicht Tore und Siege garantieren: So gewannen die Eisbären ihr letztes Spiel in der Hauptrunde dieser Saison in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) mit 5:4 (2:1, 2:2, 1:1) und sind erstmals in dieser Saison Tabellenführer, weil die Frankfurt Lions 3:4 bei den Hannover Scorpions verloren.

Nun sind die Eisbären im Tableau dort angekommen, wo sie vor den Play-offs nicht um jeden Preis stehen wollten. Denn bekanntlich reichte den Berlinern in den beiden Vorjahren ein erster Rang nach der Hauptrunde nicht zum Titelgewinn. „Wobei natürlich auch diesmal niemand etwas gegen den ersten Platz hat“, sagte Stürmer Stefan Ustorf vor einigen Tagen. Schließlich garantiert Rang eins den Heimvorteil. Wenn die Eisbären am Sonntag noch in Düsseldorf gewinnen, starten die Berliner von Tabellenposition eins auch in die Play-offs. Das Erreichen der Spitzenposition unterstreicht die Klasse, welche die Eisbären zuletzt demonstriert haben. Auch gestern gegen Ingolstadt.

In einem temporeichen Spiel gelang dem immer stärker werdenden Alexander Barta bereits nach vier Minuten mit einem schönen Schlenzer ins rechte Eck das 1:0 für die Berliner. Das Tor war aber schon nach wenigen Minuten bei den Eisbären wieder vergessen, weil Chris Armstrong für Ingolstadt traf und Berlins Torwart Olaf Kölzig dabei unglücklich aussah. Der Puck kullerte ihm durch die Schoner. Das allerdings irritierte Kölzigs Vorderleute nicht. Sie sorgten dafür, dass auf der anderen Seite der Eisfläche reichlich Treffer fielen. Noch im ersten Drittel erzielte André Rankel das 2:1 für die Berliner, zu Beginn des Mittelabschnitts gelang Mark Beaufait das 3:1. Ingolstadt kam durch Günther Oswald wieder heran, bevor Nathan Dempsey – ebenfalls ein ausgesperrter NHL-Akteur – sein erstes Tor in Berlin ausführlich bejubelte: Die Eisbären führten 4:2.

Armstrong konnte noch einmal für die Oberbayern verkürzen, doch Denis Pederson gelang in sehenswerter Manier in dem äußerst unterhaltsamen Spiel im letzten Drittel das 5:3 für die Eisbären. Kurz vor Ende erzielte Oswald das vierte Ingolstädter Tor, was aber nichts mehr am Sieg der Eisbären änderte. Die Fans der Berliner nahmen die neue Tabellenposition zum Anlass, ihr Team sogar als künftigen Deutschen Meister zu feiern. Doch so weit ist es noch nicht. Dass Platz eins vor den Play-offs nicht gleichbedeutend mit dem Titel ist, sollten die Berliner Fans aus den vergangenen Jahren eigentlich gelernt haben.

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