Sport : Das Blutbild wird besser

Der FC Schalke 04 gewinnt sein erstes Saisonspiel 2:1 beim SC Freiburg

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Es geht doch. Klaas-Jan Huntelaar erzielt den Siegtreffer nach einer durchwachsenen Leistung für Schalke. Freiburgs Torwart Oliver Baumann kann es nicht fassen. Foto: dpa
Es geht doch. Klaas-Jan Huntelaar erzielt den Siegtreffer nach einer durchwachsenen Leistung für Schalke. Freiburgs Torwart Oliver...Foto: dpa

So genannte „Breaking News“ gibt es immer, wenn irgendwo auf der Welt etwas Außergewöhnliches passiert. Nun ist es schwer, zu entscheiden, welche Nachricht sich besser eignet, Meldung des Tages zu sein. Die, dass der FC Schalke 04 seinen ersten Sieg in der Bundesliga beim SC Freiburg mit 2:1 (0:1) landete oder die, dass Christoph Metzelder diesmal kaum einen Fehler machte, obwohl der „Fehlgriff“ (Trainer Felix Magath) in der Schalker Abwehr als Innenverteidiger spielte.

Bei der Aufarbeitung des bisherigen Fehlstarts der Schalker, die mal fast panikartige Züge trug und mal vor Schadenfreude überquoll, konnte man den Eindruck bekommen, als könne Schalke gar nicht mehr gewinnen. Ivan Rakitic traf in der neunten Minute und machte am fünften Spieltag das besondere Ereignis für die Schalker erst möglich. Freiburgs Torwart Oliver Baumann hatte den Schuss von Klaas-Jan Huntelaar nicht sorgfältig genug abwehren können. Rakitic wurde Nutznießer eines Patzers und schob den Ball über die Linie. Papiss Cissé erzielte in der 69. Minute vor 25 500 Zuschauern das 1:1. In der 87. gelang Huntelaar das glückliche und nicht eben verdiente 2:1.

Nun täuscht sich, wer annimmt, man habe an der Seitenlinie einen bestens gelaunten Trainer Felix Magath erlebt. Dem schien die Jobgarantie, die ihm Vereinschef Clemens Tönnies vor kurzem erteilte, völlig egal. Tönnies sagte nach vier Niederlagen in Folge, er zweifle nicht an Magaths Fähigkeiten. Man werde den Fehlstart nun korrigieren. Magath schien zumindest der kühnen Ergebnis-Voraussage seines Chefs nicht immer zu trauen. Man sah ihn gestikulierend an der Seitenlinie. Der Mann machte sich unübersehbar Sorgen.

Magath sah von dort aus allerdings auch die vielen Fehlpässe der Freiburger, die bislang immerhin neun Punkte gesammelt hatten und deshalb in der oberen Tabellenhälfte stehen, während Schalke in der Abstiegszone festsitzt. Der unkonzentrierte Spielaufbau der Breisgauer machte seiner Mannschaft das Leben und den Einstand von José Manuel Jurado wesentlich leichter. Der 13-Millionen-Einkauf von Atletico Madrid lief das erste Mal auf und fiel nicht weiter auf. Die meiste Arbeit machte im S04-Mittelfeld Stürmer Raúl, der viele Bälle erkämpfte und sie verteilte. Beim Patienten Schalke 04 hatten sich zwar die Blutwerte leicht verbessert, von einer Wunderheilung aber konnte nicht die Rede sein.

In der zweiten Hälfte machte Freiburg mehr Druck. Schalke verteidigte, was oft wenig souverän aussah. Meist umständlich im Spielaufbau, harmlos im Sturm, wackelig in der Abwehr – am Ende feierte Felix Magath einen schmeichelhaften Sieg. Freiburgs Ivica Banovic sah wegen einer Tätlichkeit in der 90. Minute die Rote Karte.

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