Sport : Das Comeback in Spa ist geplatzt

Ralf Loweg

Am 12. September versucht es "Schumi" in Monza erneutRalf Loweg

Michael Schumachers Leidenszeit dauert an, der Traum vom erhofften Formel-1-Comeback ist auch im zweiten Anlauf geplatzt. Der zweimalige Weltmeister aus Kerpen wird wegen eines zu großen Trainingsrückstandes aus Sicherheitsgründen bei seinem Lieblingsrennen am Sonntag im belgischen Spa nur vor dem Fernseher sitzen.

Damit ist für Schumacher der WM-Zug in dieser Saison endgültig abgefahren. Der 30 Jahre alte Deutsche, der wegen eines Schien- und Wadenbeinbruches seit seinem schweren Unfall am 11. Juli in Silverstone pausiert, hofft aber weiter auf eine Rückkehr beim Ferrari-Heimspiel am 12. September in Monza. Das gab Schumachers Arbeitgeber Ferrari am Dienstag in einer vierzeiligen Pressemitteilung bekannt. Darin hieß es lapidar, dass WM-Spitzenreiter Eddie Irvine (Nordirland) und Ersatzmann Mika Salo (Finnland) auch beim Großen Preis von Belgien am Sonntag die beiden Piloten sein werden.

"Schumi" soll vom 1. bis 3. September bei Testfahrten in Monza wieder im Ferrari sitzen und dabei gleich eine komplette Grand-Prix-Distanz von etwa 300 km zurücklegen. Dass Schumacher offenbar doch noch Probleme mit dem verletzten rechten Bein hat, belegen am Dienstag veröffentlichte Fotos. Da der Fuß offenbar immer noch stark angeschwollen ist, hat der Rennfahrer seinen Sportschuh nicht zugebunden.

Sollten die Testfahrten nächste Woche positiv verlaufen, muss Formel-1-Chefarzt Sid Watkins entscheiden, ob "Schumi" wenigstens für Monza renntauglich ist. Dazu müsste der Kerpener am Donnerstag vor dem Großen Preis von Italien bis spätestens 18 Uhr persönlich zu einer Untersuchung in Monza erscheinen. "Das ist die Frist, die jedem Team bleibt, um laut Reglement noch einen Fahrerwechsel bekannt zu geben", bestätigte Claus E. Krämer, Pressesprecher des Automobil-Weltverbandes FIA.

Daneben muß Schumacher noch zwei weitere Tests bestehen, um endgültig grünes Licht für Monza zu erhalten. "Er muss innerhalb von fünf Sekunden allein aus seinem Rennwagen steigen können und binnen weiterer fünf Sekunden auch wieder das Lenkrad aufsetzen," sagte FIA-Pressesprecher Krämer. Im Kampf um den ersehnten ersten WM-Titel mit Ferrari sind Schumachers Chancen bei fünf noch ausstehenden Rennen rechnerisch praktisch auf den Nullpunkt gesunken. Mit 32 Punkten kann er Irvine (56) und den Weltmeister Mika Häkkinen (Finnland / 54) aus eigener Kraft nicht mehr einholen.
© 1999

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben