Sport : „Das Ding war unhaltbar für den Olli“

Roland Stein aus Vestenbergsgreuth köpfte 1994 im DFB-Pokal das erste Tor gegen den Bayern-Torwart Kahn

Herr Stein, Sie haben 1994 für den TSV Vestenbergsgreuth ein nicht ganz unwichtiges Tor im DFB-Pokal erzielt, gegen die großen Bayern. Erinnern Sie sich noch daran?

Natürlich. Klar, es kommt ja immer noch manchmal im Fernsehen, da werden die Erinnerungen immer wieder aufgefrischt. Ich hab auch noch das Trikot von damals, und auch ziemlich viele Fotos.

Dank Ihres Treffers sind die Bayern mit ihrem neuen Trainer Giovanni Trapattoni und ihrem neuen Torwart Oliver Kahn ausgeschieden. Gegen einen Regionalligisten aus Bayern, in der ersten Runde. Beschreiben Sie doch das Tor zum 1:0-Sieg noch einmal.

Das war so: Wir haben einen Konter gefahren über die rechte Seite, der Wolfgang Hüttner flankt den Ball rein, ich laufe auf den kurzen Pfosten, komme eher an den Ball als mein Gegenspieler, übrigens der Lothar Matthäus, und köpfe den Ball rein. Das Ding war unhaltbar für Olli Kahn.

Haben Sie damals ein Wort mit Kahn gewechselt?

Nein. Die Bayern sind nach dem Abpfiff ja gleich verschwunden.

Sind Sie denn Bayern-Fan?

Naja, insgeheim schon. Sie haben einfach die beste Mannschaft in Deutschland. Und jetzt sind sie auch verdienter Meister – obwohl man schon sagen muss, dass es die anderen schwer haben im Vergleich zu München. Aber das haben sie sich auch selbst aufgebaut.

Und jetzt machen Leute wie Ribéry eben den Unterschied aus in der Bundesliga.

Und Luca Toni! Wenn man sich mal anschaut, was der dem FC Bayern schon Geld eingebracht hat – sensationell. Eigentlich müsste der eine Sonderprämie bekommen.

Aber man könnte auch sagen: Die Konkurrenz war einfach zu schwach.

Das kommt dazu. Aber im Pokal war’s schon noch mal eng, in Burghausen zum Beispiel. In der ersten Runde haben die Bayern sich wieder schwer getan gegen einen Regionalligisten und 4:3 im Elfmeterschießen gewonnen, gegen Wacker Burghausen. Ich war als Zuschauer da.

Und was halten Sie von Jürgen Klinsmann, dem neuen Trainer?

Ich denke mal, mit Klinsmann haben sie schon einen guten Mann an der Angel. Wenn man sich alleine sein Trainingskonzept anschaut, das ist schon großartig.

Wenn Sie die Bayern heute vergleichen mit den Bayern, gegen die Sie gespielt haben: Was hat sich da verändert?

Der Verein ist gewachsen. Die Mannschaft war aber damals auch schon der Wahnsinn, mit Matthäus, Jorginho, Papin. Aber eines muss man auch sagen: Wir haben damals schon auch eine gute Mannschaft gehabt, es war jetzt nicht so, dass wir da Dusel hatten. Wir hatten echt ’ne super Mannschaft. Allerdings glaube ich, dass es heute für uns schwieriger wäre.

Abschließend haben sie noch die Gelegenheit, an Oliver Kahn ein paar Worte zu richten: Was würden Sie ihm sagen, wenn Sie ihm jetzt gegenüberstehen würden?

Na, ich würde ihn auf jeden Fall bitten, dass er mir ein Trikot von ihm gibt. Damit ich noch ein Souvenir mehr habe.

Die Fragen stellte Michael Neudecker.

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