Sport : Das Ende rückt näher

Alba Berlin plant die neue Saison ohne Henrik Rödl

Benedikt Voigt

Berlin. Im Oktober hatten die Fans Henrik Rödl noch gefeiert. Als er seinen 5000. Punkt für Alba Berlin erzielte, was für den 34-Jährigen eine historische Marke war. Nur ein Spieler hat für den siebenmaligen Basketball-Meister noch öfter getroffen: Wendell Alexis. Der US-Amerikaner kommt auf insgesamt 5922 Punkte. Im Moment sieht es so aus, als könnte Rödl dieser Marke nicht noch näher rücken. Alba Berlin plant ohne ihn.

„Unser Backcourt steht“, sagt Albas Vizepräsident Marco Baldi, „wir gehen im Moment davon aus, dass er nicht mehr spielen kann.“ Rödl hatte sich im Play-off-Halbfinale gegen Braunschweig das Schienbeinköpfchen gebrochen. Der Nationalspieler will weiterspielen, doch es lässt sich gegenwärtig noch nicht sagen, ob er das jemals wieder kann. „Er läuft an Krücken“, sagt Baldi, „erst im frühen Herbst wird er entscheiden, ob er wieder spielen kann“. Der Verein hat ihm bereits ein Angebot gemacht, als Trainer beim Zweitligisten TuS Lichterfelde zu arbeiten. Doch Rödl möchte sich noch nicht festlegen. Baldi sagt: „Wenn es so weit ist, werden wir klären, ob es Sinn macht, dass Henrik wieder zurückkommt.“

Der Verein ist jedoch nicht auf ihn angewiesen. Sechs Spieler werden die Berliner in der Saison 2003/2004 auf den kleineren Positionen zur Verfügung haben: DeJuan Collins, Mithat Demirel, Marko Pesic , Vladimir Petrovic, Stefano Garris und Guido Grünheid. Hinzu kommen noch Nachwuchsspieler wie Heiko Schaffartzik oder Tommy Thorwarth. „Wir sind ordentlich besetzt“, sagt Baldi, „das ist das, was man braucht.“

Nach der Verpflichtung des Leverkuseners John Best fehlen noch zwei Centerspieler, um das Team zu komplettieren. Teoman Öztürk zählt noch zu den Kandidaten. „Das hängt von dem anderen Spieler ab, den wir holen wollen“, sagt Baldi. Von Best verspricht sich Alba Berlin im Angriff mehr Möglichkeiten. „Er spielt mit viel Herz und Engagement“, sagt Baldi. Genau deshalb haben ihn die Alba-Fans bei früheren Gelegenheiten ausgepfiffen. „Er war in Leverkusen hundertprozentig bei der Sache“, sagt Baldi, „wir hoffen, dass er das bei uns auch sein wird.“ Der 32-Jährige zählte in den letzten drei Jahren zu den beständigsten Spielern der Bundesliga. Sein Vorgänger Quadre Lollis hatte nach einer Verletzung nicht mehr an die Leistungen der Hinrunde anknüpfen können. „Es hat an der Konstanz gefehlt“, erklärt Baldi.

Der neue Mann ist bei den Fans umstritten. Im Fanforum schnellten die Einträge nach Bekanntwerden der Verpflichtung von eins auf 60. Nicht alle begrüßen die Ankunft eines Spielers, der Alba das Leben in den letzten Jahren schwer gemacht hat. Baldi glaubt aber, dass sich die Berliner Anhänger mit dem Neuen bald anfreunden werden. „Die Fans wollen vor allem Siege sehen.“

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