Sport : Das erste Tor beim 4:1-Hockeysieg erzielt Natascha Keller

Hanspeter Detmer

Vom Endresultat her sieht es aus, als hätten sich Deutschlands Hockey-Damen bei der 5. Europameisterschaft in Köln auch in ihrem zweiten Vorrundenspiel eher einer lästigen Pflicht erledigt. Dem 7:0-Kantersieg über Tschechien zum Turnierauftakt ließen sie einen 4:1 (3:0)-Sieg über die Ukraine folgen. Doch was wie eine lästige Pflichterfüllung aussah, war letztlich das Ergebnis einer guten Teamarbeit und der konsequenten Chancenverwertung von Britta Becker, die alle drei deutschen Siebenmeter (23., 34. und 70. Minute) verwandelte.

Fast ebenso wichtig war das deutsche Führungstor durch die Berlinerin Natascha Keller in der 14. Minute. Denn damit wurde dem deutschen Team die Angst vor einer ukrainischen Mannschaft genommen, die kurz zuvor durch die beste Spielerin auf dem Platz, Tetyana Kobzenko, eine fast 100-prozentige Torchance hatte und insgesamt im Angriff einen hervorragenden Eindruck hinterließ. Was auch Bundestrainer Berti Rauth bestätigte: "Es war kein einfaches Spiel. Die Ukraine war in den ersten zehn Minuten sogar besser als wir. Wir sind sehr zufrieden mit diesem Spiel und mit diesem Ergebnis." Den Damen aus Borispol und Sumy fehlte allerdings die Treffsicherheit bei ihren vielen Torchancen. Aber auch das DHB-Team offenbarte Mängel, die im weiteren Verlauf der Vorrunde gegen Spanien und England, wenn es um die Halbfinalqualifikation geht, gefährlich werden können. Aus den insgesamt 30 Strafecken in den bislang zwei Spielen vermochten die DHB-Damen erst zwei Tore (gegen Tschechien) zu erzielen.

Auch wenn es in der gesamten Ukraine nur drei (!) Damenhockey-Teams gibt, waren die deutschen Hockey-Damen gewarnt. Das ukrainische Team ist nahezu identisch mit jener Juniorinnen-Mannschaft, die vor drei Jahren dem deutschen Nachwuchsteam um ein Haar den Europameistertitel weggeschnappt hätte. Für die Europameisterschaft derzeit in Köln, die zugleich auch Olympia-Qualifikation ist, haben sich die ukrainischen Mädel viel vorgenommen. "Viele unserer Spielerinnen wollen eine guten Eindruck hinterlassen, um dann anschließend möglichst von einem westlichen Klub angeworben zu werden", sagt Tatjyana Kobzenko. Sie kämpfen somit weniger um den Tiel oder die Fahrkarte nach Sydney als vielmehr ums Überleben. Denn in der Ukraine sind sie zwar Vollprofis, erhalten aber vom staatlichen Sportkomitee monatlich nur rund 30 US-Dollar.

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