Sport : Das falsche Finale

Vor den Endspielen um die Wasserball-Meisterschaft hat Spandaus Präsident nur eine Sorge: Olympia

Hartmut Moheit

Berlin - Wenn doch alles vorbei wäre. Für Hagen Stamm, den Bundestrainer der Wasserball-Nationalmannschaft, kann das Ende der Bundesliga-Saison nicht schnell genug kommen. Aber kurz vor Olympia beginnt heute um 19 Uhr erst das Play-off- Finale zwischen den Wasserfreunden Spandau 04 und dem ASC Duisburg mit dem ersten Spiel an der Wedau. „Ich wünsche mir, dass eine Mannschaft dreimal hintereinander gewinnt“, sagt Stamm, der als Präsident des Spandauer Vereins nicht verhehlt, dass ihm der 25. Titel für die Wasserfreunde am liebsten wäre.

Für den Fall, dass es in der Best-of- five-Serie länger dauert, hat Stamm vorgesorgt: „Wir beginnen unseren Lehrgang in Dierhagen so oder so am kommenden Dienstag, entweder die Auswahlspieler beider Vereine kommen direkt vom vierten Spiel oder sie müssen zu einem fünften Spiel noch einmal kurzfristig abreisen.“ Immerhin würde das Alexander Tchigir, Patrick Weissinger, Fabian Schroedter, Thomas Schertwitis, Marc Politze, Jens Pohlmann, Sören Mackeben von den Spandauern sowie den Duisburger Tobias Kreuzmann betreffen. „Dann werde ich das Trainingslager für diese Leute eben etwas anders aufbauen“, sagt Stamm. „Jetzt gilt es, eine Einheit für Olympia zu formieren.

Die größten Sorgen macht sich Stamm derzeit um die Einflüsse von außen. „Seit wir wieder etwas im Wasserball darstellen, bekommen unsere Besten lukrative Angebote. Gerade aus Griechenland, Italien und Spanien, also den Olympia-Vorrundengegnern.“ Stamm vermutet gar, dass ein paar Angebote kommen, „um uns zu verunsichern“. Deshalb erwartet er bis spätestens Mitte Juli von allen Spieler eine definitive Aussage, wo sie in der kommenden Saison spielen werden.

Am 10. August werden die deutschen Wasserballer nach Athen fliegen, um fünf Tage später vor 10 000 Fans gegen Griechenland als Außenseiter anzutreten. Stamm fürchtet, dass wegen der Wechselangebote sein Handy ununterbrochen klingelt. „Ich werde schon angerufen und gefragt, wie man an den einen oder anderen Spieler herankommt.“ Ziehen lassen würde man am liebsten keinen von ihnen. In dieser Frage ist Stamm nicht nur Nationaltrainer, sondern auch Vereinspräsident von Spandau 04.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben