Sport : Das fehlende Pünktchen

Hamburg (dpa).

Hamburg (dpa). 14 Tore in einer Woche, das erlösende Ja-Wort für das Wunsch-Stadion beim Bürgerentscheid - nun fehlt dem Deutschen Meister Bayern München nur noch ein Punkt zum vollständigen Glück. Beim Heimspiel am Dienstag (20.45 Uhr/live Premiere World) gegen Feyenoord Rotterdam will der Titelverteidiger drei Tage nach der Übernahme der Tabellenführung in der Bundesliga in der Champions League die Zwischenrunde erreichen. Dies kann auch Bayer Leverkusen schon am vorletzten Spieltag schaffen. Wie in der Meisterschaft sind die Münchner den Leverkusenern einen kleinen Schritt voraus: Während ihnen ein Unentschieden genügt, muss Bayer bei Fenerbahce Istanbul mindestens einen Punkt holen und gleichzeitig auf den punktgleichen Tabellenführer FC Barcelona hoffen. Gewinnen die Katalanen bei Olympique Lyon, reicht Leverkusen ein Remis, um Platz zwei zu sichern und weiterzukommen.

Ein frühzeitiger Erfolg von Bayern und Bayer würde beiden Klubs weitere Millioneneinnahmen bescheren. Für das Erreichen der Zwischenrunde sind vom Europäischen Fußball-Verband (Uefa) jedem Team 3,87 Millionen Mark garantiert. Zudem winken weitere Einnahmen aus dem mit fast 100 Millionen Mark gefüllten TV-Pool. Während die eine Hälfte des Geldes nach einem festen Schlüssel bereits an die vier Bundesligisten (Bayer, Bayern, Schalke, Dortmund) verteilt wurde, wird die andere Hälfte in Höhe von 48,75 Millionen Mark anhand der Anzahl der Spiele in der Saison 2001/2002 ausgeschüttet. Die einfache Formel lautet daher: Mehr Spiele - mehr Geld.

Die Bayern nehmen die Partie gegen Rotterdam daher sehr ernst. Trotz aller Erfolge warnt Hitzfeld seine Spieler vor einem Nachlassen. "Es wäre fahrlässig, wenn wir glauben würden, wir seien schon qualifiziert", sagte der Trainer. "Feyenoord hat die letzte Chance. Die werden sich zerreißen." Die Bayern sind in der Gruppe H mit acht Punkten hinter dem bereits qualifizierten Spitzenreiter Sparta Prag (10) Zweiter. Rotterdam (2) ist fast aussichtslos abgeschlagen und muss unbedingt in München gewinnen. Falls die Bayern noch Motivationshilfe bräuchten - so lieferte sie Feyenoord-Abwehrchef Kees van Wonderen. Der Nationalspieler sagte der Zeitschrift "Voetbal International", dass er das Spiel der Bayern im Gegensatz zu dem von Real Madrid nicht schön finde. "Ich genieße es, wenn ich Spieler wie Raul, Zidane, Roberto Carlos sehe. Bei Bayern gibt es mehr Maschinen", lästerte er. Bayerns Brasilianer Giovane Elber wird ihn voraussichtlich nicht vom Gegenteil überzeugen können. Hitzfeld will auf ihn verzichten, weil er eine Verletzung des Brasilianers fürchtet, der zuletzt zu wenig gezielten Muskelaufbau an seinem in der Vorsaison operierten Knie machen konnte.

Sehr eng geht es in Leverkusens Gruppe zu. "Die haben gegen uns noch etwas gut zu machen", warnt Trainer Toppmöller davor, das punktlose Schlusslicht Istanbul nicht ernst zu nehmen. Das Hinspiel gewann Leverkusen 2:1. Die gute Ausgangslage wäre bei einer Niederlage und einem gleichzeitigen Sieg Lyons auf einen Schlag dahin. Bayer schied zuletzt in der Champions League dreimal in Folge seit 1996/97 in der Vorrunde aus. Unklar ist noch, ob Abwehrchef Nowotny nach seiner Meniskusverletzung spielen kann. "Ich habe eine Aufstellung mit und ohne ihn in der Tasche", sagte Toppmöller, der auf die gesperrten Lucio und Placente verzichten muss.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben