Sport : Das Feld so klein

Mathias Klappenbach

Am Samstag ist es endlich so weit. Ab 11 Uhr 30 wird wieder Fußball gespielt. Von Bundesliga-Mannschaften. Auf echtem Rasen! Wie, das zählt nicht, auf einem so kleinen Platz in, klar, Halle/Westfalen? Es dauert noch genau einen ganzen Monat bis zum Ende der Winterpause?

Nicht, wenn es nach denen geht, die gerade die „Renaissance des Buden zaubers“ ausrufen. Acht Jahre nach dem letzten Hallenmasters, wo es zwischen Herbstmeister und echtem Meister noch einen Wintertitel unter dem Dach zu gewinnen gab, setzen die Veranstalter darauf, dass die Klubs auf Naturrasen wie in Halle oder beim Turnier in Dortmund bei geringerer Verletzungsgefahr nicht ihre Reserve, sondern die Stars aufs Feld schicken und so eine neue Begeisterung für den Hallenfußball entfachen. Da es nicht nur den Brasilianern derzeit draußen zu kalt ist, sollen die Zuschauer zu den acht größeren Turnieren in der ersten Januarwoche in Deutschland zahlreich erscheinen und im Warmen ein kühles Bierchen genießen.

Wer kommt, sollte es genießen. Denn nach der Renaissance kommt die Neuzeit, und die bedeutet, zu frieren und sich mit Glühwein den Mund zu verbrennen, noch mehr als gewohnt. Im nächsten Jahr ist die Winterpause statt sechseinhalb nur noch dreieinhalb Wochen kurz. Mehr Regeneration brauchten die Profis gar nicht, sagt die Deutsche Fußball-Liga, die mit der gewonnenen Zeit englische Wochen abbauen will, die nicht so einträglich sind wie ein Wochenendspieltag.

Darum geht es aber gar nicht. Natur rasen drinnen ist einfach nicht echt.

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