• Das Fiasko von Erkenschwick Schalkes Torhüter Neuer fällt mit Fußbruch lange aus

Sport : Das Fiasko von Erkenschwick Schalkes Torhüter Neuer fällt mit Fußbruch lange aus

Richard Leipold

Gelsenkirchen - Es hatte ein netter, kleiner Ausflug aufs Land werden sollen. Nach der ersten Trainingswoche stellten die Fußballprofis des FC Schalke 04 sich zum ersten Mal unter der Leitung ihres neuen Trainers Fred Rutten außerhalb Gelsenkirchens dem Publikum vor – im nördlichen Ruhrgebiet, wo viele ihrer Fans beheimatet sind. Für einen der größten und verlässlichsten Hoffnungsträger des Bundesligadritten wurde dieser Ausflug zu einem Fiasko. Manuel Neuer, der hochbegabte Torwart, hatte nicht einmal eine halbe Stunde gespielt, dann war die Vorbereitung auf die Mitte August beginnende Spielzeit für ihn beendet. In der Absicht, den Ball nach vorne zu schlagen, trat Neuer in den Rasen. Unter Schmerzen humpelte er in die Kabine. Er habe einen Knacks verspürt, sagte er. Wenige Stunden später stellte sich der Knacks als Bruch des Mittelfußes heraus. „Das ist bitter für Manuel und für uns“, sagte Trainer Fred Rutten, der schon bei seinem ersten Spiel als Schalker Cheftrainer einen Rückschlag kommentieren musste.

Immerhin kann der 22-Jährige einen Teil der Sommerpause dazu nutzen, die Verletzung auszukurieren. Er wurde schon am Mittwoch operiert und fällt mindestens zwei Monate aus. Bei günstigem Heilungsverlauf könne Neuer Anfang September ins Tor des FC Schalke 04 zurückkehren, sagte Vereinsarzt Bernd Brexendorf. Damit fehlt der Stammtorwart den Schalkern allerdings sowohl in den ersten Bundesligarunden als auch in der Qualifikation für die Champions League.

Diese Zeit muss der Klub mit einem Ersatzmann überbrücken. Zwei Torhüter könnten Neuer beim Bundesligastart gegen Hannover 96 vertreten: der 19 Jahre junge Ralf Fährmann, der gegen Erkenschwick für Neuer einspringen durfte. Und der 32 Jahre alte Routinier Mathias Schober, den Schalke vor einem Jahr aus Rostock zurückgeholt hat. Der Verein will keinen weiteren Torhüter verpflichten. Rutten sagt: „Wir haben hinter Manuel zwei gute Torleute. Die nächsten Wochen werden zeigen, wer aufläuft.“

Schober indes erklärte sich vorsorglich für zuständig. „Ich denke, dass ich nun ein paar Spiele machen werde. Aber ich weiß, dass ich keinen Persilschein habe.“ Für Manuel Neuer tue es ihm sehr leid, „so eine Verletzung wünscht man keinem Mitspieler. Aber genau für so eine Situation bin ich geholt worden“.

Während Schober seinem Comeback in der Liga entgegensieht, muss Neuer den ersten großen Rückschlag in seiner Karriere verkraften. Gelobt aus höchsten Fußballkreisen, schickte er sich an, das Tor der Nationalmannschaft zu erobern. Bundestrainer Joachim Löw hatte ihn schon vor einem Dreivierteljahr genannt, als es darum ging, die Zeit nach Jens Lehmann zu planen. Die überraschende Ausbootung Timo Hildebrands kurz vor der Europameisterschaft untermauerte Löws Wechselwillen zugunsten Jüngerer. Das erste Länderspiel nach der EM gegen Belgien findet im August statt – zu früh für Manuel Neuer. Richard Leipold

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