Sport : Das Geheimnis der Münzen

Benedikt Voigt

Psssst, das muss jetzt nicht jedem erzählt werden. Falls Sie jemanden kennen, der sich zurzeit in Athen aufhält, schicken Sie ihn zum Zeitungskiosk im Deutschen Haus. Dort verkauft der Besitzer nicht nur aktuelle deutsche Zeitungen. Wenn man freundlich ist, rückt er auch ein Exemplar von dem heraus, was er zwischen Büchern und Zeitschriften unter Theke versteckt hält.

Es kostet den Zeitungshändler jedoch einige Mühe, seinen Vorrat morgens aufzustocken. „Man muss schon jemanden kennen, die Griechen geben sie nicht gerne her“, sagt er. Inzwischen aber bekommt er auf der Bank jeden Tag immerhin eine neue Rolle mit den olympischen Zwei-Euro-Münzen. Es ist eine Sonderprägung für die Olympischen Spiele, auf der Rückseite prangt statt der Europa auf einem Stier ein antiker Diskuswerfer. Diese Münzen sind zwar in Griechenland offizielles Zahlungsmittel, trotzdem bekommt man sie nicht oft die Hand. Die Griechen interessieren sich eben auch für die Sonderprägung. Beim Internetauktionshaus Ebay wird für ein olympisches Zwei-Euro-Stück bereits bis zu 4,99 Euro gezahlt.

Am Zeitungskiosk im Deutschen Haus kostet die schmucke Zwei-Euro-Münze bislang zwei Euro. Ein fairer Preis, allerdings besteht die Gefahr, dass er steigen könnte, wenn sich herumspricht, dass es dort jeden Tag neue Zwei-Euro-Münzen zu kaufen gibt. Also, schicken Sie ihren Athener Bekannten ruhig zum Zeitungskiosk im Deutschen Haus und lassen Sie ihn nach den Münzen fragen – aber erzählen Sie es nicht weiter.

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