Sport : Das Geld kommt

Die Fußballer des 1. FC Union spielen heute gegen Bayern München und hoffen auf große Einnahmen

André Görke

Berlin - Die Botschaft ist groß gedruckt und leicht verständlich. „Die Bayern kommen!“ steht auf den Plakaten. „Und wohin? Natürlich ins Stadion an der Alten Försterei.“ So selbstverständlich diese Worte auf den Plakaten in der Geschäftsstelle des 1. FC Union auch klingen mögen, es ist beachtenswert, dass sich die Fußballer von Bayern München mal eben morgens in ein Flugzeug setzen, nach Berlin reisen und heute um 15 Uhr in Köpenick antreten. Dass sich die Münchner in der Vorbereitungsphase auf die neue Bundesligasaison diesem Stress aussetzen, hat einen Grund. Zwar geht es Union finanziell besser, doch noch lange nicht gut. Deshalb treten die Bayern im Rahmen der Spendenaktion „Bluten für Union“ zu einem Benefizspiel an der Alten Försterei an. Mehr als 11 000 Karten sind verkauft worden, mit etwas Glück ist das Stadion mit 18 000 Zuschauern ausverkauft. Die Eintrittskarten sind ab acht Euro erhältlich.

Vom Prinzip her benötigt der 1. FC Union die Einnahmen – etwa 50 000 Euro – nicht mehr. Die Deutsche Fußball-Liga (DFL) hat den Berlinern vor einem Monat die Lizenz für die Regionalliga erteilt. Um diese zu erhalten, hatten Fans und Sponsoren 1,46 Millionen Euro gesammelt, um die von der DFL geforderte Liquiditätsreserve aufbringen zu können. Angesichts der anfänglichen Zweifel ob des Erfolges der Aktion hatte Unions Trainer Frank Wormuth schon einen „gewissen Verwesungsgeruch“ im Umfeld des Vereins ausgemacht. Das habe sich inzwischen gebessert.

Bis auf Abwehrspieler Tom Persich jedoch ist kein Spieler beim 1. FC Union geblieben, der in der vergangenen Saison noch unter Vertrag stand. Die Namen der neuen Angestellten sind nur Kennern der Branche ein Begriff. In der Vorbereitung nun gegen den FC Bayern München zu spielen, bedarf für sie keiner weiteren Motivation. Für die junge Mannschaft ist der heutige Auftritt auch ein Test für das erste Regionalliga-Spiel am 1. August. Dann wird Union im Olympiastadion bei den Amateuren von Hertha BSC antreten. Weil die Profis des Lokalrivalen anschließend ihr letztes Vorbereitungsspiel gegen Besiktas Istanbul bestreiten, ist an diesem Tag eine vielleicht noch größere Kulisse zu erwarten als heute.

Die Bayern, die ohne ihre Nationalspieler wie Michael Ballack und Oliver Kahn auflaufen, werden heute auf einen Teil ihrer Antrittsgage verzichten. Der 1. FC Union übernimmt nur die Reisekosten. Sehr kostspielig wird das allerdings nicht: Die Bayern haben kein Hotel gemietet, sondern fliegen am Abend schon wieder von Schönefeld nach München zurück.

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