Sport : Das Geld stimmt

Vor dem letzten Turniertag in Dubai hat Martin Kaymer den Titel als bester Golfer Europas sicher

Petra Himmel[Dubai]
Im Aufschwung. Martin Kaymer verdiente 2010 knapp 3,3 Millionen Euro Preisgeld und lag damit im Vergleich der europäischen Golfer ganz vorn. Foto: Reuters
Im Aufschwung. Martin Kaymer verdiente 2010 knapp 3,3 Millionen Euro Preisgeld und lag damit im Vergleich der europäischen Golfer...Foto: REUTERS

Ein Duell ist im Sande verlaufen. Der große Zweikampf zwischen Martin Kaymer und Graeme McDowell um den Gewinn der europäischen Geldrangliste 2010 ist zu Ende, bevor bei der Dubai World Championship in Jumeirah Estates überhaupt der Sieger ermittelt ist. Durchgesetzt hat sich der Deutsche: „Er wird sich sehr schwer tun, von plus eins aus das Turnier zu gewinnen“, hatte Martin Kaymer vor der dritten Runde mit Blick auf McDowell gemeint, der in Dubai mindestens Platz drei belegen müsste, um Kaymer den Titel des besten Golfers Europas 2010 streitig zu machen. An dieser Aussage hat sich auch vor dem Finaltag wenig geändert. Nachdem der Nordire nach dem dritten Spieltag mit zehn Schlägen Rückstand auf den Führenden Ian Poulter (-12) auf dem 30. Rang liegt, ist eine erfolgreiche Aufholjagd am Sonntag so gut wie unmöglich geworden.

Müde und wenig motiviert absolvierte Graeme McDowell drei Tage in Folge seine Runden. Wenig war übrig geblieben von dem Kämpfer, der in diesem Jahr die US Open für sich entschieden hat und den entscheidenden Punkt für Europas Ryder Cup-Sieg holte. Vier Turnierwochen in Folge, in denen sich der 31-Jährige bis auf rund 300 000 Euro an den mit knapp 3,3 Millionen Euro führenden Martin Kaymer in der Geldrangliste herangekämpft hatte, forderten ihren Tribut. „Ich habe nicht mehr viel in meinem Tank übrig“, resümierte er ernüchtert. „Ich habe einfach nicht mehr die Energie, mit mir selbst Geduld zu haben.“

Dagegen wirkte Kaymer nach einer Woche Auszeit zu Hause in Düsseldorf, die er vor allem mit Schlafen und dem Treffen von Freunden verbrachte, ausgeruht und fit. „Ich habe nur zwei Stunden am Tag trainiert und ansonsten anderen Sport gemacht, war Klettern und beim Badminton“, erklärte er die Vorbereitung auf „die wichtigste Woche meiner Karriere.“ Das Programm hat ihm gut getan. Nach einer erstklassigen Startrunde von 65 Schlägen war die größte Nervosität dahin, die folgenden zwei Tage mit 70 und 73 Schlägen verliefen durchwegs gemischt, brachten aber keinerlei größere Pannen mit sich. Alles in allem kommt der 25-Jährige deutlich besser mit dem Earth-Platz und seinen schnellen welligen Grüns zurecht als bei der Premiere der Dubai World Championship. „Meine Motivation ist sicherlich höher als im vergangenen Jahr. 2009 war ich einfach sehr müde. Außerdem spiele ich inzwischen besser Golf“, sagte Kaymer.

Für ihn nähert sich eine sensationelle Saison ihrem Ende. „Als ich Pro wurde, hatte ich drei Karriereziele. Ich wollte ein Major gewinnen, im Ryder Cup spielen und ihn gewinnen und die Nummer 1 in Europa werden“, stellte Kaymer am Mittwoch fest. „Zwei Drittel sind geschafft und hoffentlich gewinne ich diese Woche das Race to Dubai und werde die Nummer 1 in Europa.“

Dass Kaymer am Montag obendrein Lee Westwood an der Spitze der Weltrangliste ablösen könnte, scheint nach der dritten Runde nicht realistisch. Der Deutsche müsste dafür in Dubai gewinnen oder zumindest alleiniger Zweiter werden, während der Brite im zweiten Fall einen Platz außerhalb der Top 27 belegen müsste. Wer Westwood, der den Samstag mit 9 unter Par auf Rang fünf, drei Schläge und sechs Plätze vor Martin Kaymer beendete, beobachtete, kommt aber zu dem Schluss, dass der Brite eher um den Titel mitspielt als sich auf einen der hinteren Ränge zu verabschieden. Gelassen und solide wirkte die Vorstellung des 37-Jährigen, der allerdings längst erkannt hat, dass Martin Kaymer auf Dauer zu seinen größten Konkurrenten zählt: „Am meisten beeindruckt mich an ihm seine mentale Kraft“, stellte er fest. „Er hat diese stählerne Langer-Schumacher-Vettel Stärke. Es sieht ganz so aus, als hätte er eine glänzende Zukunft vor sich.“

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