Sport : Das Gesicht des Frauenfußballs

Helen Ruwald über die Berufung von Steffi Jones zur Chefin der WM 2011

Helen Ruwald

Das Trikot mit dem Adler auf der Brust hat Steffi Jones im März nach 111 Fußball-Länderspielen ausgezogen, als Weltmeister wurden vor sechs Wochen ihre Nachfolgerinnen gefeiert. Dennoch ist die 34-Jährige das Gesicht des deutschen Frauenfußballs. Jetzt auch offiziell für die nächsten vier Jahre – als Präsidentin des Organisationskomitees für die WM 2011. Den Vergleich mit Franz Beckenbauer, der diese Rolle bei der WM 2006 ausfüllte, lehnt sie zwar ab, doch keine andere ist geeignet, im In- und Ausland für ein großes Fußballfest zu werben und die Euphorie um den deutschen Frauenfußball zu steigern. Denn nur so lassen sich die mittelgroßen bis riesigen Stadien auch füllen.

Steffi Jones, vielmalige Deutsche Meisterin, hat Charme und Charisma. Die Tochter einer Deutschen und eines dunkelhäutigen US-Soldaten engagiert sich seit Jahren ehrenamtlich für Integration und gegen Fremdenfeindlichkeit. Der Fußball hat ihr in einer schwierigen Kindheit Halt geboten und ihr geholfen, familiäre Krisen zu meistern – ein Bruder rutschte ins Drogenmilieu ab, der andere verlor im Irakkrieg beide Beine.

1999 bei ihrer ersten Weltmeisterschaft scheiterte Deutschland im Viertelfinale, 2003 zog sich Jones in der Vorrunde einen Kreuzbandriss zu und fehlte beim Finalsieg. In diesem Jahr hatte sie das DFB-Trikot bereits ausgezogen. 2011 könnte endlich die WM der Steffi Jones werden.

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