Sport : Das Gespür des Trainers

Jupp Heynckes trifft bei Schalkes Sieg die richtigen Entscheidungen

Richard Leipold

Gelsenkirchen. Vor dem Spiel hatte Jupp Heynckes eine fast kühne Prognose gestellt. „Ebbe Sand kommt wieder, das habe ich im Gefühl“, sagte der Trainer des FC Schalke 04. Heynckes behielt Recht. Beim 3:0 über den SC Freiburg legte Sand mit zwei Toren das Fundament für den ersten Heimsieg der Schalker in der Rückrunde. Zuvor hatte der Däne in dieser Saison nur ein einziges Mal getroffen. Heynckes schätzte nicht nur Sands Form richtig ein. Der Trainer berief auch erstmals nach langer Zeit den wieder genesenen Jörg Böhme und den fast vergessenen österreichischen Angreifer Eduard Glieder in die Startelf. Auch sie rechtfertigten das Vertrauen. Böhme bereitete das zweite Tor vor; Glieder traf zum 3:0.

Bevor die Offensive von sich reden machte, richteten sich die Blicke aber auf Schalkes Nachwuchstorwart Volkan Ünlü. Der 20 Jahre alte Debütant trat unverhofft an die Stelle des verletzten Frank Rost, der sich am Freitag einen Außenbandriss im Knie zugezogen hatte und mehrere Wochen ausfällt. Seine Bundesligapremiere vor mehr als 61 000 Zuschauern hätte eine schwierige Aufgabe werden können. Aber auch mit Ünlü im Tor behielt die Schalker Abwehr ihre Stabilität. Die Freiburger, schwach wie fast immer auf fremdem Platz, machten es dem jungen Türken allerdings auch leicht. Bei seinem ersten Interview nach dem Schlusspfiff wirkte Ünlü gelassen wie ein erfahrener Profi, versicherte aber, dass er sich großartig fühle: „Ich freue mich tierisch, auch wenn man es mir nicht ansieht.“

Nach einer halben Stunde Spielzeit war Ünlüs Erfahrungsschatz nicht größer, als er es vor dem Anpfiff gewesen war. Beide Teams boten zunächst ein Geplänkel, das sich meist irgendwo im Nichts verlor. In der 38. Minute hatte Ünlü zum ersten Mal die Gelegenheit, eine schwere Prüfung zu meistern – er parierte einen Schuss des frei stehenden Sascha Riether. Dann schossen Sand und Glieder den höchsten Heimsieg der Schalker in dieser Saison heraus. „Ich will in der nächsten Saison wieder richtig angreifen, um meinen Stammplatz zu behalten“, sagte Sand. Fürs Erste darf er sich wieder für unentbehrlich halten.

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