Sport : Das Glück im Regen

Den Fußballerinnen von Turbine Potsdam gelingt beim hart erkämpften 2:0 über den 1.FFC Frankfurt der dritte Pokalsieg in Folge

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Berlin - Der Regen war doch noch zu etwas gut. Die Fußballerinnen von Turbine Potsdam warfen sich vor ihrer Fankurve auf den Bauch und rutschten mit Schwung zu den feiernden Anhängern. Kurz danach bei der Siegerehrung gab es zwar rot gewandete Schirmhalterinnen für Bundeskanzlerin Angela Merkel, die als Brandenburgerin Turbine die Daumen gedrückt hatte, und Bundespräsident Horst Köhler, die Spielerinnen aber standen im Regen. Gestört hat es sie freilich nicht nach dem hart erkämpften Pokalsieg durch das 2:0 (0:0) gegen den Deutschen Meister 1. FFC Frankfurt.

„Das kann kein Trainer vorhersehen, da hat der Herrgott sein Füllhorn ausgekippt“, sagte Turbines Trainer Bernd Schröder zu den Ereignissen zwischen der 77. und 79. Minute. Bis dahin war das Spiel ausgeglichen, doch dann holte Schröder die nach Krankheit geschwächte Torjägerin Conny Pohlers vom Feld. Die 18-jährige Isabel Kerschowski war gerade 80 Sekunden auf dem Feld, als Frankfurts Torhüterin Marleen Wissink den Ball nach Freistoß von Anja Mittag nur wegfausten konnte. Kerschowski knallte mit links den Ball rechts neben den Pfosten – 1:0. Erst am Freitagnachmittag war sie vorzeitig von einem EM-Qualifikationsturnier der deutschen U-19-Nationalmannschaft in Slowenien zurückgekehrt.

Was ihr da im Olympiastadion widerfuhr, „ist unbeschreiblich, ich kann es noch gar nicht fassen“, sagte Isabel Kerschowski. Der Torschuss war „glaube ich mein erster Ballkontakt“. In der 82. Minute erhöhte Petra Wimbersky sogar auf 2:0. „In der ersten Halbzeit hätte Frankfurt das eine oder andere Tor schießen können“, sagte die Nationalspielerin, die vor der Pause mit einem Lattenschuss Pech gehabt hatte, „aber morgen interessiert es keinen mehr, ob es ein glücklicher Sieg war oder nicht.“

Zum dritten Mal in Folge trafen beide Teams im DFB-Pokal-Finale aufeinander, zum dritten Mal gewann Turbine das Duell der beiden diesjährigen Uefa-Cup-Finalisten. Doch während die beiden 3:0-Siege der letzten Jahre souverän herausgespielt waren, tat sich Potsdam gestern schwer. „Nach der ersten Halbzeit war nicht davon auszugehen, dass wir gewinnen“, sagte Turbines Trainer Bernd Schröder, „wir waren im Mittelfeld klar unterlegen.“ Sein Team leistete sich viele Fehlpässe, konnte seinen Offensivfußball nie aufziehen.

Von einem Klassenunterschied wie bei Potsdams 6:2 in Frankfurt am Ostersamstag war nichts zu sehen – dabei fehlte gestern bei den Hessen sogar die gesperrte Weltfußballerin Birgit Prinz. „Nach dem 2:6 hat uns jeder schon totgesagt. Das konnten wir widerlegen“, sagte Frankfurts Steffi Jones. Doch zu mehr reichte es wieder nicht. Ihrem Team, das den deutschen Fußball jahrelang dominierte wie kein anderes, blieb wieder nur die Silbermedaille.

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