Sport : „Das hat uns alle überrascht“

Telekoms Team-Sprecher Ludwig über die nächste Kündigung

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Nach dem Rückzug Jan Ullrichs steht das Team Telekom durch den Weggang von Rudy Pevenage vor der nächsten Zäsur. Pevenage war seit 1994 Sportlicher Leiter bei Telekom. Zusammen mit Ullrichs Manager Wolfgang Strohband und dem langjährigem Trainer Peter Becker sowie Tobias Steinhauser vom Team Gerolsteiner will Pevenage bei Team Coast landen. Der bisherige MannschaftsSprecher Olaf Ludwig wird einen Teil von Pevenages Aufgaben übernehmen.

Herr Ludwig, hat Sie die Kündigung Rudy Pevenages überrascht?

Pevenage hat im Oktober gesagt, dass er bleiben möchte, auch wenn Jan Ullrich weggeht – und so haben wir auch geplant.

Und jetzt ist er weg, um sich an der Seite von Ullrich ein neues Team zu suchen.

Das hat uns alle überrascht. Das ist ja auch verständlich, wenn einer am 30.12. kommt und sagt: Zum 1.1. kündige ich. Darüber sind wir nicht glücklich. Aber man kann es ja nicht mehr ändern. Und so haben wir jetzt eine Lösung mit Walter Godefroot, Mario Kummer, Franz van Looy und mir.

Und das ausgerechnet vor dem wichtigsten Jahr der Teamgeschichte. Der Sponsoren-Vertrag mit der Telekom läuft 2005 aus.

Ja, das wird für uns ein wichtiges Jahr werden. Wir sind überzeugt davon, dass wir auch ohne Rudy Pevenage Erfolg haben werden. Bei den Fahrern gibt es eine „Jetzt- erst-recht“-Stimmung.

Haben Sie keine Angst, dass noch mehr Leute aus dem Team Ullrichs Lockrufen erliegen?

Nein, da sehe ich keinen.

Was sagt denn die Telekom zur Umbesetzung in der Leitung des Teams?

Da es eine sportliche Entscheidung ist, hat sich der Sponsor nicht eingemischt.

Mit dem Weggang von Ullrich und Pevenage fehlen Telekom zwei bekannte Gesichter.

Eine große Herausforderung wird es sein, unsere ausländischen Spitzenfahrer wie Paolo Savoldelli, Cadel Evans oder Santiago Botero in Deutschland populär zu machen.

So populär wie Jan Ullrich werden sie nie.

Jan wird immer der Mediengigant sein. Auch wenn er wie in diesem Jahr keine sportlichen Schlagzeilen macht, sondern eher in die andere Richtung.

Im nächsten Jahr wird er wahrscheinlich Ihrem deutschen Konkurrenten vom Team Coast diese Aufmerksamkeit bescheren.

Unser Ziel ist nicht, gegen Coast oder Gerolsteiner, das andere deutsche Team, zu fahren. Wir wollen zurück an die Spitze. Das heißt: unter die ersten drei Teams der Welt.

Das Gespräch führte Christian Hönicke.

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