Sport : Das Hoffen der Hoffnungslosen: Dortmund - Galatasaray

Trainer Bernd Krauss setzt vor dem Spiel gegen Istanbul auf Andreas Möller

Im Kampf gegen die eklatante Offensivschwäche und schwelende Krise hofft die momentan hoffnungslos schlecht spielende Borussia aus Dortmund auf Andreas Möller. Sechseinhalb Wochen nach seinem Muskelbündelriss im Oberschenkel soll der Mittelfeldspieler heute (19.30 Uhr/live in der ARD) im Achtelfinal-Hinspiel des Uefa-Pokals gegen Galatasaray Istanbul für die Initialzündung im Angriff des ehemaligen Weltpokalsiegers sorgen.

"Ich bin bereit und will der Mannschaft helfen", verkündete der 32-Jährige selbstbewusst. Trainer Bernd Krauss ist ohnehin von den Qualitäten des sensiblen Welt- und Europameisters überzeugt und verteilte schon vor dessen ersten Einsatz in seiner Amtszeit erste Streicheinheiten: "Für mich ist er einer der besten Mittelfeldspieler in Europa." Möller will das Vertrauen rechtfertigen und der Klub-Führung außerdem stichhaltige Argumente für die überfällige Vertragsverlängerung liefern.

"Wir müssen Druck machen, aber mit Köpfchen und natürlich zu Null spielen", fordert Krauss im Duell mit Galatasaray. Informationen über den Gegner habe er genug. Nur über die eigene Mannschaft offenbar nicht. Der 42-Jährige fiel am Dienstag aus allen Wolken, als er erfuhr, dass Torjäger Heiko Herrlich und Nationalspieler Christian Wörns gegen Istanbul Gelbsperren absitzen müssen und er kurzfristig umplanen musste. Statt Wörns soll nun "Allzweckwaffe" Miroslav Stevic die Abwehr als Vertreter des verletzten Stefan Reuter organisieren. Victor Ikpeba wird neben Fredi Bobic stürmen.

Uns erwartet ein ganz schweres Stück Arbeit, aber wir werden weiterfighten und erhobenen Hauptes ins Spiel gehen", verkündete Bobic trotzig, ohne jedoch den Respekt vor dem Gegner zu verlieren. Die Borussen haben die Vorstellungen der Türken in der Champions League und besonders das imposante 4:1 bei Hertha BSC noch in bester Erinnnerung.

"Sie sind Tabellenführer und haben in der Meisterschaft 57 von 66 möglichen Punkten geholt, das sagt alles", sagt Krauss. Der ehemalige Borussen-Profi und derzeitige Trainer von Antalyaspor, Rüdiger Abramczik, warnte: "Galatasaray hat keine Angst vor der Borussia, sie werden auch im Westfalenstadion ihr Pressing durchziehen." Istanbul sei weitaus stärker als bei den bisher einzigen Duellen mit dem BVB in der Champions League 1997/98 (1:0 und 4:1).

In den vergangenen drei Jahren konnte Galatasaray jeweils den Meistertitel gewinnen und dabei die Istanbuler Erzrivalen Besiktas und Fenerbahce hinter sich lassen. Mit dem Titelgewinn in der vergangenen Saison sicherte sich der 1905 gegründete Verein zugleich zum 13. Mal den Titel und zog damit mit dem bisherigen Rekordmeister Fenerbahce gleich.

Als Vater des Erfolgs wird vor allem der 46-jährige Coach Fatih Terim gefeiert. Mit eiserner Disziplin hat der ehemalige Profi und langjährige Trainer der türkischen Nationalmannschaft das Team seit 1996 auf Erfolgskurs gebracht. Krönender Höhepunkt seiner Arbeit war in der vergangenen Saison der Gewinn des Doubles mit Meisterschaft und Pokalsieg. Auch das frühe Ausscheiden in der Champions League, für die man sich so viel vorgenommen hatte, hat daran nichts geändert. Auf der Pressekonferenz am Mittwoch verriet Terim seine Taktik: "Wir werden offensiv spielen, damit sind wir auch in Berlin gut gefahren. Dortmund befindet sich in der Krise, das ist nicht angenehm für uns. Denn sie werden alles tun, um sie gegen uns zu beenden."

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