Sport : Das ist ein Aufstieg

von

Nun also doch wieder. Daniel Hopp, Gesellschafter der Adler Mannheim, hat angekündigt, dass die Gesellschafter der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) erwägen, den Auf- und Abstieg in drei Jahren wieder einzuführen. Vor sieben Jahren gab es den letzten sportlichen Absteiger aus der DEL, die seitdem fast jedes Jahr eine Klasse für sich blieb und sich nur umsortierte, wenn ein Klub seine Lizenz an einen anderen verkaufte. Das Modell, abgeschaut aus dem US-Profisport, klang plausibel: In der DEL spielten Großstadtklubs mit modernen Großarenen, in der zweiten Liga Provinzklubs in alten Eishallen. Die Kluft war zu groß, Auf- und Absteiger machten wenig Sinn – von der Infrastruktur her gesehen. Das allerdings war bei vielen Fans umstritten, das deutsche Spielverständnis ist eben unamerikanisch. Ohne Kampf um den Aufstieg fehlte in Liga zwei der sportliche Anreiz. Und bei der DEL wurde moniert, dass gegen Saisonende im Tabellenkeller nur noch motivationslos herumgedaddelt wird bei den Klubs, die fernab der Play-off-Ränge liegen.

So paradox es klingen mag: 2006 war es durchaus sinnvoll, den Auf- und Abstieg abzuschaffen, 2016 könnte es Sinn machen, das wieder einzuführen. Das Problem mit der Infrastruktur hat sich Jahr für Jahr entkräftet. Seit Freitag firmiert die zweite Liga nun als DEL 2. Viele ihrer Klubs haben neue Hallen, haben immer bessere Möglichkeiten. Es gibt es viele Traditionsklubs und Standorte im Osten der Republik, die sich sportlich den Aufstieg verdienen können. Eine Verzahnung mit der DEL wäre ein Gewinn für beide Ligen und alle Eishockeyanhänger.

Autor

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben