Sport : Das kann nicht alles sein

Helen Ruwald

Ein Wintermärchen ist die Boom- und Fernsehsportart Biathlon schon lange nur noch für Gutgläubige, die drei überführten Russen sind schließlich nicht die ersten Dopingfälle. Doch bei Olympia in Salt Lake City und Turin vertraten die mittelmäßigen Österreicher Rottmann und Perner sowie die russische Weltklasseathletin Pylewa nur eine von unzähligen Sportarten. Sie fielen nicht so auf wie die Weltmeister Jekaterina Jurjewa, Albina Achatowa und Dmitri Jaroschenko unmittelbar vor Beginn der WM, die wieder Millionen Deutsche vor dem Fernseher verfolgen werden. Das Entsetzen ist größer, selbst der Weltverband spricht von systematischem Doping.

In den vergangenen zwei Jahren wurden zahlreiche russische Sportler positiv getestet: im Schwimmen, in der Leichtathletik, im Rudern – und nun eben erneut auch im Biathlon. Es wäre seltsam, wenn es anders wäre, schließlich handelt es sich auch hier um eine Ausdauersportart, in der die Wirksamkeit unerlaubter Hilfsmittel unbestritten ist. Die Tests der Dopinglabors werden immer ausgefeilter, da war es nur eine Frage der Zeit, bis passieren würde, was nun passiert ist. Es wäre freilich naiv zu glauben, dass nach der Überführung von drei Schuldigen nun dopingfreie Titelkämpfe stattfinden werden. Die Russen mögen dreister oder dümmer als andere Nationen dopen, die Einzigen, die dies tun, sind sie sicher nicht. Auch die Deutschen, die seit Jahren zur Weltklasse zählen, müssen damit rechnen, dass ihre Siege künftig nicht nur bejubelt, sondern auch kritisch beäugt werden. Zu Recht oder zu Unrecht.Seite 23

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