Sport : Das Leben ist bunt

Maradona und seine Autobiographie in Bildern

Stefan Hermanns

Wenn man gemein wäre, könnte man es so ausdrücken: Diego Maradona hat seine Autobiographie vorgelegt – es ist ein Bilderbuch. In Wirklichkeit hat Maradona natürlich schon vor Jahren die Geschichte seines Lebens geschrieben, respektive aufschreiben lassen, und „Mein Leben in Bildern“ ist eher als optische Ergänzung zu „Yo soy el Diego“ zu verstehen. El Diego selbst hat die Fotos für diesen Bildband ausgesucht, und seine vermutlich größte Leistung war es, sich auf etwas mehr als 100 Fotos zu beschränken: „Wie viele Fotos sie wohl in meinem Leben von mir gemacht haben? Was weiß ich! Eine Milliarde?“, schreibt Maradona in seiner Einleitung. „Sie haben mein ganzes Leben abgefilmt.“

Maradona hat alle Fotos mit kurzen, spontanen Beschreibungen versehen, die sprachlich nur noch sehr behutsam geglättet wurden. Das soll vermutlich authentisch klingen und hört sich dann folgendermaßen an: „Wie furchtbar, Alter.“ Das Beste an diesem Buch sind jedenfalls die vielen bunten Bilder. Die Tiefpunkte im Leben des Diego M. finden nicht statt, und für das deutsche Publikum ist der Text des Bildbandes ohnehin nur bedingt geeignet. Namen, die in Argentinien vermutlich jeder kennt, müssten für den Rest der Welt einfach erklärt werden. Zu Gunsten von Maradona wollen wir aber einmal annehmen, dass er nicht wirklich glaubt, es habe im WM-Finale 1986 gegen Deutschland nach dem 3:2 noch einen Elfmeter für Argentinien gegeben. Das ist wohl eher der dichterischen Freiheit des Übersetzers entsprungen.

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