Sport : Das Leben nach Calmund

Bayer Leverkusen startet ohne Stars in die Saison

Erik Eggers

Was ist neu?

Reiner Calmund ist nicht mehr da. Zumindest nicht in verantwortlicher Position. Der frühere Manager wird bei den Heimspielen jedoch weiterhin auf der Haupttribüne sitzen – drei Reihen hinter Wolfgang Holzhäuser, dem neuen Chef also im Nacken. Da Jungmanager Ilja Kaenzig überraschend zu Hannover 96 wechselte, sehen einige Beobachter die Führungsebene stark geschwächt. Holzhäuser begegnet dem gelassen. „Die Zeit der One-Man-Show ist nun einmal vorbei“, sagt er. Der Abschied des Schwergewichts habe keinen Einfluss auf die Leistungen der Profis. „Wenn ich mich recht erinnere, hat Reiner Calmund im Verlauf seiner Karriere noch kein Tor für Bayer Leverkusen geschossen.“ Aber auch Holzhäuser ist lange genug im Geschäft, um zu wissen, dass eventuelle Misserfolge sofort mit Calmunds Weggang verbunden werden.

Neu im Kader sind Paul Freier (VfL Bochum) und Roque Junior (AC Siena), die die Abgänge Bastürk (Hertha) und Lucio (Bayern München) kompensieren sollen. Im Spielsystem ändert sich nicht viel: Wie in der vergangenen Saison wird Trainer Klaus Augenthaler entweder mit einer 4-4-2- oder mit einer 3-5-2-Grundformation spielen lassen.

Wer ist der Star?

Viele und keiner. Leverkusen verfügt über eine Reihe überdurchschnittlich begabter Spieler, doch nach dem Weggang von Lucio sticht keiner mehr heraus. Allein Berbatov gebärdet sich in seiner Rolle als Star – mit abwertenden Handbewegungen und Kopfschütteln nach fehlgeschlagenen Aktionen seiner Mannschaftskollegen. Tonangebend sind aber immer noch Jens Nowotny und der stets unterschätzte Carsten Ramelow.

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Was ist möglich?

Alles! Holzhäuser hat als Minimalziel einen internationalen Wettbewerb ausgegeben. Augenthaler setzt seine Spieler unter Druck und will mindestens wieder die 65 Punkte aus der letzten Saison erreichen. Ihn wurmt immer noch die Schwächephase nach der Winterpause, als Bayer nur einen Punkt aus sechs Spielen holte. Andererseits lief die Vorbereitung nicht perfekt: Außenverteidiger Clemens Fritz brach sich das Schienbein, Nowotny ließ sich Schrauben aus dem Kniegelenk entfernen, und Roque Junior mangelt es noch an der Fitness. Placente und Juan fehlt durch die Copa America jeder Aufbau.

Morgen: Werder Bremen

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