Sport : Das Leiden ist endlich

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Stefan Hermanns über die Magie

des neuen BundesligaSpielplans

In der Mitte des gefühlten Nichts erreichen den Fußballfan endlich erste Zeichen der Besserung. Gestern – 24 Tage nach dem letzten und 45 Tage vor dem ersten Bundesligaspiel – hat die Deutsche Fußball-Liga den Spielplan für die neue Saison veröffentlicht. Es gibt spannendere Literatur, ohne Frage, und doch übt das Schriftstück aus Frankfurt am Main einen seltsamen Zauber aus. Warum das so ist? Vielleicht weil der Fußballfan in dieser weiten Öde namens Sommerpause zum ersten Mal das Gefühl hat, dass sein Leiden endlich ist. Mit dem neuen Spielplan ist die kommende Saison gewissermaßen aus dem Zustand einer abstrakten Vorstellung in die konkrete Existenz hinübergetreten.

Der Fußballfan verlangt nach Gewissheiten, und seit gestern weiß er zumindest, ob die Saison für ihn auswärts oder zu Hause anfängt, mit einem sicheren Sieg gegen einen Abstiegskandidaten oder einem Hammerspiel gegen den Meisterschaftsfavoriten. Die Aufsteiger verspüren das schöne Gefühl, wieder dabei zu sein, und ein bisschen könnte man an diesem wunderbaren Tag sogar vergessen, dass es immer noch sieben Wochen sind, bis es richtig losgeht. SIEBEN WOCHEN.

Natürlich spielt im Lauf der Saison jeder gegen jeden, und theoretisch ist es also egal, wer wann wo gegen wen antritt; aber das ist nur die nüchterne Betrachtung, wie sie in diesen Tagen allein Trainer und Manager von sich geben. In Wirklichkeit ist es eher so, wie der Sport-Informationsdienst geschrieben hat: „Leichtes Bayern-Programm.“ Die Bayern sind schließlich die Einzigen, die nicht gegen den Deutschen Meister spielen müssen.

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