Sport : Das letzte bisschen besser

Bayern München siegt nach einem cleveren Auftritt 2:0 beim VfL Wolfsburg.

Verhaltene Freude. Mario Mandzukic (rechts) traf per Fallrückzieher gegen seinen alten Klub, Wolfsburg Alexander Madlung war hilflos. Foto: AFP
Verhaltene Freude. Mario Mandzukic (rechts) traf per Fallrückzieher gegen seinen alten Klub, Wolfsburg Alexander Madlung war...Foto: AFP

Wolfsburg - Als er sich unbeobachtet fühlte, erlaubte sich Mario Mandzukic doch noch ein schelmisches Lächeln. Na, wie habe ich das gemacht?, schien er damit sagen zu wollen. Außerordentlich gut, natürlich. Per Fallrückzieher hatte der Kroate eine Kopfballvorlage von Bastian Schweinsteiger zum 1:0 für den FC Bayern München ins Tor befördert. Ein formschöner Treffer, aber weil Mandzukic bis zum Sommer noch beim gestrigen Gegner VfL Wolfsburg gespielt hatte, unterdrückte der Stürmer seinen Stolz und seine Freude, so wie es inzwischen guter Ton im Fußball ist. Jubeln unerwünscht, signalisierte Mandzukic den Kollegen. Auch Arjen Robben versagte sich nach seinem Tor jegliche Gefühlsregung. Vielleicht kam dem eingewechselten Holländer der Treffer zum 2:0 (1:0)-Endstand auch nicht bedeutend genug vor.

Vielleicht sind die vielen Siege auch einfach ein bisschen ermüdend. Für die Bayern war es im elften Auswärtsspiel dieser Saison bereits der zehnte Erfolg. Nur einmal mussten sie sich mit einem Unentschieden zufrieden geben, nur ein einziges Gegentor kassierten sie bisher auf fremdem Platz: beim 1. FC Nürnberg, der damals noch von Dieter Hecking trainiert wurde. Inzwischen ist Hecking in Wolfsburg angestellt, doch die Wiederholung seines Coups vom Herbst gelang ihm gestern nicht.

„Wir haben wieder gezeigt, dass wir eine klasse Mannschaft haben“, sagte Bayerns Trainer Jupp Heynckes. Sein Team (ohne den verletzten Javier Martinez) hatte das Spiel schwungvoll begonnen. Nach nicht einmal drei Minuten kamen die Münchner zu ihrer ersten Gelegenheit. Nach einer Flanke von Mandzukic verfehlte Thomas Müller mit einem Kopfball nur knapp das Tor. Bis zum 1:0 zehn Minuten vor der Pause sollte es die letzte Chance für den Tabellenführer der Bundesliga bleiben. Die Gäste hatten zwar ein deutliches Plus an Ballbesitz, gewannen auch die Mehrzahl der Zweikämpfe, doch in der Defensive stellte sich der VfL Wolfsburg nicht ungeschickt an.

Nach vorne allerdings konnten sich die Gastgeber nur selten durchsetzen. Trainer Hecking hatte auf seinen kroatischen Neuzugang Ivan Perisic verzichtet und stattdessen Ivica Olic aufgeboten. Der frühere Münchner spielte gewohnt eifrig, schaffte es aber auch zu selten, die Defensive der Bayern in Gefahr zu bringen. In der Anfangsphase hatten die Wolfsburger eine vielversprechende Chance, als Bas Dost eine scharfe Hereingabe von Marcel Schäfer in der Mitte nur denkbar knapp verpasste. Nicht nur wegen dieser Szene sagte VfL-Manager Klaus Allofs: „Das letzte bisschen hat gefehlt.“

Auch nach der Pause blieben die Münchner spielbestimmend. Gleich nach Wiederbeginn hatten sie die große Gelegenheit, die Führung auszubauen. Von Philipp Lahm wunderbar freigespielt, kam Thomas Müller im Strafraum zum Schuss – Innenverteidiger Naldo wehrte den Ball kurz vor der Torlinie ab. Insgesamt machten die Bayern aus ihrer Dominanz zu wenig, allerdings wurden sie durch die Wolfsburger auch lange nicht dazu gezwungen, entschlossener auf den zweiten Treffer zu spielen. Hecking brachte mit Patrick Helmes, der nach seinem Kreuzbandriss sein Comeback feierte, in der Schlussviertelstunde zwar einen weiteren Stürmer. Die beste Chance resultierte aus einem direkten Freistoß des Brasilianers Diego, den Bayerns Torhüter Manuel Neuer glänzend parierte. Die Münchner hingegen nutzten die letzte ihrer vielen Kontermöglichkeiten durch Robben zum 2:0. Tsp

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