Sport : Das letzte Spiel des Henrik Rödl

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Berlin Die letzten Minuten bestanden aus Trauer. Henrik Rödl saß auf dem Stuhl für die Einwechselspieler und weinte. Trainer Emir Mutapcic musste aufmunternd den Arm um ihn legen, ehe er ihn zum letzten Mal auf das Spielfeld schickte. Nach Spielschluss versuchten auch Bambergs Trainer Dirk Bauermann und seine Spieler, ihn zu trösten. Es gelang keinem. Den Grund seiner Trauer gab er den Fans von Alba Berlin beim Fantalk bekannt. „Es steht schon länger fest“, sagte Rödl, „dies war mein letzter Abend auf dem Spielfeld.“

In Henrik Rödl beendet der erfolgreichste deutsche Basketballer aller Zeiten seine Karriere. Detlef Schrempf oder Dirk Nowitzki mögen vielleicht in der NBA gespielt haben oder spielen. Doch die Erfolge des Henrik Rödl wird selbst Dirk Nowitzki nicht übertreffen können. 1993 gewann er den Collegetitel mit North Carolina, danach holte er in elf Jahren mit Alba Berlin den Korac-Cup, sieben Meistertitel und vier Pokalsiege. Auch bei den größten Erfolgen der Nationalmannschaft stand stets Rödl auf dem Feld: 1993 wurde er überraschend Europameister, 2002 gewann er die Bronzemedaille bei der Weltmeisterschaft. So viele Höhepunkte hatte seine Karriere, dass er das traurige Abschiedsspiel schnell vergessen dürfte. „Ich hatte eine wunderschöne Zeit mit euch“, sagte er den Fans, die ihn feierten. „Es war eine Riesenreise, die jetzt zu Ende geht.“

Er wird seinem Klub erhalten bleiben. Zur kommenden Saison wird er Headcoach beim Farmteam TuS Lichterfelde, dessen Ligazugehörigkeit noch nicht klar ist. Sportlich in die Regionalliga abgestiegen, könnte der Klub womöglich am Grünen Tisch noch in die Zweite Liga nachrücken. Als Kotrainer wird Rödl auch Albas Cheftrainer Emir Mutapcic unterstützen. Sein Basketball-Know-How geht jedenfalls nicht verloren. Ein Glücksfall für Alba. ben

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