Sport : Das Millionenspiel

Warum der Fußball so viele Menschen begeistert

Volker Stahl

Heute rollt der Ball in Deutschland um jede Ecke. Fußball bewegt – im doppelten Sinn – Millionen. Wie der Kick mit der Lederkugel zum deutschen Kulturgut avancieren konnte, schildern die Autoren des Sammelbands in elf Beiträgen. Dabei konzentrieren sich die Sport- und Sozialwissenschaftler und Journalisten auf einzelne Aspekte des Siegeszuges des Fußballs: die Frühgeschichte des FC Schalke 04, die Rolle des Deutschen Fußball-Bundes im Dritten Reich, die Funktion des Spitzenfußballs in der DDR.

Interessant sind die Untersuchungen der regionalgeschichtlichen Bedeutung von Vereinen wie dem 1. FC Nürnberg oder dem 1. FC Kaiserslautern. Ein Ausspruch von Norbert Thines, ehemaliger Präsident der Lauterer, wird dem Aufsatz über die Pfälzer als Motto vorangestellt: „Familie, Kirche, Gewerkschaften, Parteien – alles steht heute in Frage. Diese Nische kann nur der Sport ausfüllen.“ So weit hat es der Fußball als Identität stiftende Kraft schon gebracht. Vorbilder sind nicht mehr Papa, der Papst oder Willy Brandt. Sie heißen Ballack, Klose und Kuranyi.

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