Sport : „Das muss Berlin noch lernen“

Füchse-Kapitän Laen über den Sieg in der Champions League und die Fans

Torsten Laen, 31, hat die Champions League mit Ciudad Real zweimal gewonnen. In Berlin spielt der Mannschaftskapitän der Füchse seit 2009. Foto: dapd Foto: dapd
Torsten Laen, 31, hat die Champions League mit Ciudad Real zweimal gewonnen. In Berlin spielt der Mannschaftskapitän der Füchse...Foto: dapd

Herr Laen, waren Ihnen die Füchse-Fans beim 30:27 in der Champions League gegen Kielce noch zu leise?

Im Gegenteil, sie waren phantastisch.

Aber Sie haben sie doch in der Schlussphase mit beiden Armen in Richtung der Tribüne zu mehr Stimmung aufgefordert.

Stimmt. Das habe ich aber gemacht, um gemeinsam mit den Fans noch mehr Druck auf den Gegner und die Schiedsrichter aufzubauen. In so einer engen Situation hilft das oft. Das muss Berlin noch lernen.

Es hat geholfen, die Füchse haben ihren ersten Sieg überhaupt in der Champions League geschafft. Wie lautet Ihre wichtigste Erkenntnis daraus?

Dass die Füchse sich niemals geschlagen geben. Und wenn es nicht gut läuft, dass sie gemeinsam mit ihren Fans noch etwas drehen. Wir sind ein komplettes Team.

Woher kommt dieses Steigerungsvermögen?

Aus dem Bundesliga-Alltag. Darin werden wir immer bis zum Schluss gefordert. Diesen Vorteil hat Kielce zu Hause nicht. Deshalb wusste ich auch: Wenn wir das Tempo hochhalten, bekommt der Gegner gerade in den letzten Minuten große Probleme.

Auch Ihr Selbstbewusstsein scheint unerschütterlich zu sein.

Wir haben in der vorigen Saison in der Bundesliga jeden überrascht. Und in der neuen Saison ging es bei uns nicht abwärts, wir können an diese Leistung anknüpfen. Wer in der Bundesliga gegen Magdeburg siegt, den Deutschen Meister Hamburg schlägt und auch auswärts in der Champions League bei Medwedi Tschechow einen Punkt holt, der muss schon wieder eine Menge drauf haben.

Sie schildern das alles ziemlich cool. Wo bleibt Ihre Euphorie?

Die ist schon da, deshalb schlafe ich ja derzeit auch nicht so gut. Aber ich muss konzentriert bleiben, denn vor uns stehen noch viele schwere Aufgaben.

Macht Ihnen der Sonntag-Mittwoch- Rhythmus nichts aus?

Der Körper ist so voller Adrenalin, dass man in eine Art Rausch verfällt. Ich sage immer: Hey Jungs, wir leisten tolle Arbeit, lasst uns das in den Spielen genießen.

Das Gespräch führte Hartmut Moheit.

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