Sport : Das muss kosten

Karsten Doneck über mögliche Strafen für Tim Wiese

Karsten Doneck

Tim Wiese braucht nichts zu befürchten. Ein paar böse Kommentare wird es ernten, sonst nichts. Dabei war der Einsatz des Torhüters von Werder Bremen gegen HSV-Stürmer Ivica Olic grob, rücksichtslos und verletzungsgefährdend. Folgen? Keine.

Vragel da Silva, den Abwehrspieler von Energie Cottbus, traf es weitaus härter. Für einen Ellenbogenschlag wurde er für acht Spiele gesperrt, musste zudem 10 00 Euro Geldstrafe überweisen.

Zwei Fälle, einmal mild, einmal streng geahndet. Der Unterschied: Bei Wiese wurden durch Schiedsrichter Lutz Wagner unumstößliche Tatsachen geschaffen – mit der Gelben Karte, wo die Rote angemessen gewesen wäre. Bei da Silva dagegen geschah die Aktion im Rücken des Schiedsrichters, erst die Fernsehkameras wiesen die Tat nach. Das Sportgericht konnte deshalb tätig werden.

Es geht oft ungerecht zu im Fußball. Nicht nur auf dem Rasen. Aber würde Tim Wiese nachträglich für sein Fehlverhalten bestraft, litte die Autorität der Schiedsrichter allgemein. Das darf nicht passieren. Ebenso wenig aber dürfen Spieler wie Wiese, die keine Rücksicht auf die Gesundheit ihres Gegenübers nehmen, ungeschoren davonkommen. Wie wäre es also, wenn der Deutsche Fußball-Bund vom Schiedsrichter möglicherweise zu milde abgestrafte Übeltäter – nach Ansicht von Fernsehbildern – belangt? Nicht mit nachträglichen Roten Karten, sondern mit Geldstrafen. Als erzieherische Maßnahme. Soziale Projekte, in die das eingenommene Geld fließen könnte, betreut der DFB doch genug.

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