Das neue DFB-Trikot : Die Quersumme des Erfolges

Am Dienstag haben die Nationalspieler um Michael Ballack das Trikot präsentiert, das die DFB-Elf bei der WM in Südafrika tragen wird. Die deutsche WM-Geschichte in Streifen und Farben.

Grit Thönnissen
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Schlicht gehalten. In diesen Trikots fährt die Nationalelf zur WM.Foto: ddp

Berlin - Sportlicher Erfolg hat nur mit Leistung zu tun. Es sein denn, eine Fußballmannschaft trägt Trikots mit Schwarz-rot-gelbem Karo- oder Streifenmuster, dann ist sie chancenlos. Deswegen müssen sie beim Trikothersteller Adidas geradezu wissenschaftlich an die Aufgabe herangegangen sein, das neue Trikot für die WM in Südafrika zu entwerfen. Man kann sich das ungefähr so vorstellen: Es muss sich da einer die Trikots, die bei Weltmeisterschaften seit 1954 getragen wurden, angeschaut haben, die Erfolge mit den vorhandenen Streifen addiert, der Verteilung von Farbe und Muster multipliziert, die Quersumme aller V-Ausschnitte genommen, und heraus kam die Formel: Je schlichter desto weiter, je schwarz-weißer desto besser.

Ein bisschen ins Schwitzen hat die Wissenschaftler das Siegertrikot der WM von 1990 gebracht. Da trugen die Fußballer erstmals die Landesfarben Schwarz-Rot-Gold in Form eines zackigen Schweifs. Es scheint, dass diese expressive Trikotgestaltung mit für den Erfolg der Mannschaft verantwortlich gemacht wurde: Nur zwei Jahre später explodierten schwarz-rot-goldene Karos auf den Trikotagen. Aber erst in den auf das Wesentliche reduzierten Hemden mit einem Hauch von Farbe holten die Deutschen 1996 ihren nächsten Titel. Zur Sicherheit führte man zur WM 1998 noch eine letzte Testreihe durch: Geradezu übermütig wurden Farbe und Muster verteilt. Ergebnis: das Aus im Viertelfinale.

Daraus scheint man gelernt zu haben. Das neue Trikot ist betont schlicht gehalten, dafür aufgeladen mit ein paar Symbolen. Insgesamt gibt es elf Streifen, die für Teamgeist stehen sollen, die Landesfarben laufen als zarte Streifen über die Brust und ein roter Farbtupfer ist unter den Ärmeln versteckt. Jetzt muss nur noch bewiesen werden, dass wer die schöneren Trikots trägt, auch die meisten Tore schießt.

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