Sport : Das NOK und die feinen Unterschiede (Kommentar)

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Schwimm-Europameister Mark Warnecke (West) und Handball-Nationalspieler Stefan Kretzschmar (Ost) sind einer Meinung: Auf der Ebene der Aktiven funktioniert das Miteinander nahezu problemlos, da sei man beim Zusammenwachsen des Sports weiter als in anderen Bereichen. Weiter als bei Funktionären oder Trainern.

Warum das so ist, liegt in der Natur des Sports: Im Schwimmbassin oder auf der Eisbahn entscheidet die Leistung - nicht geographische Herkunft, politischer Hintergrund oder Ämter-Besitzstandwahrung.

Dies aber hängt Trainern und Funktionären aus Ostdeutschland zehn Jahre nach dem Mauerfall noch immer wie ein Klotz am Bein. Ost-Trainer dürfen für gern gesehenen Medaillensegen mitsorgen, stehen aber mit geringerem Salär oft im zweiten Glied. Noch spärlicher sind Ost-Fachleute in Verbandspräsidien vertreten: Keiner in der Leichtathletik oder nur als Alibi im NOK.

Weil sie "belastet" sind. Durch Dopingvergangenheit oder Stasiverdacht. Dies ist von Fall zu Fall zu akzeptieren. Natürlich ist im Osten gedopt worden, aber nicht nur im Osten. Das hat auch Manfred von Richthofen, der Präsident des Deutschen Sport-Bundes, oft genug in der Öffentlichkeit gesagt. mitunter wirkt es oft wie schlichte Arroganz, wenn Funktionäre, Trainer, ja sogar Sportler aus dem Osten vor der Tür bleiben müssen. Bei der 50-Jahr-Feier des NOK etwa war unter den ausgezeichneten Olympioniken keiner aus den neuen Ländern dabei. Fühlt sich das NOK für Deutschland für Größen wie die mehrmaligen Olympia-Champions Katarina Witt (Eiskunstlauf) oder den Ulrich Wehling (Nordische Kombination) nicht zuständig?

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