Sport : Das Optimale herausgeholt

Sven Goldmann

Macht Torsten Frings den Unterschied zwischen einer guten und einer großen Mannschaft? Hätte die deutsche Mannschaft mit dem Bremer das Wunder wahr gemacht, den Sieg über Italien, den Einzug ins Finale? Es ist viel über die Fifa geschimpft worden und ihren in der Tat diskussionswürdigen Urteilsspruch, der Frings das Mitwirken im Spiel gegen Italien unmöglich gemacht hat. Die ganze Aufregung zeigt, dass die deutsche Mannschaft noch nicht so weit ist, wie es viele gerne hätten. Hat man Ähnliches gehört von den Portugiesen, weil sie heute gegen Frankreich wegen einer Sperre auf ihren Mittelfeldspieler Petit verzichten müssen, einen ähnlichen Typen wie Frings? Hätten die Italiener geklagt, wenn ihre Kampfmaschine Gennaro Gattuso ausgefallen wäre?

Bundestrainer Jürgen Klinsmann hat aus den ihm zur Verfügung stehenden Mitteln das Optimale gemacht, aber diese Mittel sind nun mal begrenzt, das zeigt schon der Stellenwert, den der brave Frings genießt. Berauscht von der Unterstützung im Land, begünstigt von ein wenig Glück bei der Auslosung und ausgestattet mit einem überraschenden Schuss Kreativität haben es die Deutschen bis ins Halbfinale geschafft. Sie haben mit einem nicht für möglich gehaltenen Kraftakt den WM-Favoriten Argentinien ausgeschaltet und damit viel zurückgewonnen von dem Ansehen, das in den vergangenen Jahren verloren gegangen ist.

Auf Dauer aber setzt sich individuelle Klasse durch, und Italien ist nun mal auf so gut wie jeder Position besser besetzt. Es ist ja keinesfalls eine Sache internationaler Missgunst, dass in den großen europäischen Ligen bis auf Jens Lehmann und neuerdings Michael Ballack keine Deutschen als Verstärkung begehrt sind. Nicht mal Torsten Frings.

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