Sport : Das perfekte Los

Bayern freut sich in der Champions League auf Real Madrid, Stuttgart auf den FC Chelsea – heute spielen beide in der Bundesliga gegeneinander

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Berlin (Tsp). Das große Selbstbewusstsein überrascht schon ein bisschen. „Jeder andere Gegner wäre schwerer gewesen. Gegen Real Madrid hat Bayern die beste Bilanz. Also ist das ein tolles Los“, sagte Stürmer Roy Makaay direkt nach der Auslosung für das Achtelfinale der Champions League. „Wunderbar, perfekt. Ich freue mich auf zwei ganz große ChampionsLeague-Abende“, sagte Manager Uli Hoeneß. Nur zwei Tage, nachdem die Münchner mit dem wenig überzeugenden 1:0 gegen Anderlecht in das Achtelfinale eingezogen sind, wird beim FC Bayern wieder so geredet wie in den Zeiten, als der Gegner aus Madrid regelmäßig in Ehrfurcht vor den Deutschen zu erstarren schien.

Auch beim VfB Stuttgart kann man mit dem Los gut leben. „Chelsea ist ein dicker Brocken, aber ein Brocken, den man auch zur Seite räumen kann“, sagte Trainer Felix Magath. 1998 verloren die Stuttgarter das Endspiel im Europapokal der Pokalsieger gegen den FC Chelsea, dessen heutige Mannschaft aber hat nichts mehr mit der damaligen zu tun. Nach der Übernahme durch den russischen Öl-Milliardär Roman Abramowitsch im Sommer wurde der Tabellenführer der Premier League für 160 Millionen Euro mit zahlreichen Stars wie Hernan Crespo oder Juan Sebastian Veron verstärkt. Chelsea hat sehr viel Geld in die Mannschaft investiert, aber es braucht Zeit, bis sich ein Team findet. „Sie verfügen über überragende Einzelkönner, unser Plus ist die mannschaftliche Geschlossenheit“, sagt Felix Magath über den Gegner.

Größere Stars als Chelsea hat in Europa derzeit wohl nur die Weltauswahl von Champions-League-Favorit Real Madrid zu bieten. Madrids Roberto Carlos freut sich auf die Münchner: „Wir haben keine Angst vor den Bayern – die sollten Angst vor uns haben. Ich spiele lieber gegen sie, weil wir sie sehr gut kennen.“ In der Saison 1999/2000 spielte der Brasilianer mit Real gleich viermal in der Champions League gegen Bayern. In der Zwischenrunde siegten die Münchner 4:2 und 4:1, im Halbfinale aber siegten die Spanier, die am Ende auch das Finale gewannen. Im Jahr darauf gewannen die Bayern die Champions League, nachdem sie Real im Halbfinale ausgeschaltet hatten. „Jede Wette: Real hat sich fürchterlich geärgert. Die wollten jede Mannschaft, nur nicht uns“, sagte Michael Ballack. Das aus den vorherigen Duellen bekannte verbale Getöse hat sofort nach der Auslosung eingesetzt.

Über den heutigen Gegner in der Bundesliga war aus dem Trainingsquartier der Münchner weniger zu hören. „Die Qualifikation für das Achtelfinale wird Kräfte freisetzen“, sagte Trainer Ottmar Hitzfeld. „Wir haben es in der eigenen Hand, den Abstand auf den VfB zu verkürzen. Diese Chance werden wir nutzen.“

Nach einer turbulenten Woche mit der Vertragsverlängerung von Kevin Kuranyi hofft der vom Druck des Vertragspokers befreite Nationalstürmer auf einen Sieg in München, obwohl der VfB die letzten vier Pflichtspiele nicht gewonnen hat und ohne die Leistungsträger Soldo und Bordon spielen muss.

Bayern empfängt Madrid am 24. Februar 2004, der VfB spielt ebenfalls zuerst zu Hause, aber einen Tag später gegen den FC Chelsea. Heute ist indes erst einmal Spitzenspiel in der Bundesliga.

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