Sport : Das perfekte Rennen

Ricco Groß sprintet bei der WM zur Silbermedaille

Helen Ruwald

Vom Heimvorteil, der schnell zur Last werden könne, war vor der Biathlon-Weltmeisterschaft oft die Rede gewesen. Der Druck, im eigenen Land Medaillen gewinnen zu müssen, sei groß, hatte Frank Ullrich, der Bundestrainer der deutschen Biathleten vor der WM gesagt. Aber Ullrich sagte auch: „Manchmal braucht man ein bisschen Druck.“ Gestern wurde Ullrich bestätigt. Beim 10-Kilometer-Sprint der Männer gewann Ricco Groß aus Ruhpolding Silber hinter dem Franzosen Raphael Poirée. Bronze ging an den Norweger Ole Einar Björndalen. Michael Greis lief auf den guten fünften Platz, Sven Fischer wurde 16., Peter Sendel 22.

Greis lief mit den Original-Ski von Ronny Ackermann. Ein Techniker der deutschen Nordischen Kombinierer, der die Biathleten bei der WM unterstützt, hatte die Ski des Weltmeisters mitgebracht. „Danke an Ronny, die Ski waren super“, sagte Greis, der Aufsteiger dieser Saison, hocherfreut.

Groß winkte im Ziel Richtung Tribüne. Er wusste, welch gutes Rennen er geliefert hatte. Bei der WM 2003 hatte er eine Staffel- und drei Einzelmedaillen gewonnen, beim Weltcup in Antholz, dem letzten vor der WM, war er dreimal Dritter geworden. „Da ist für Oberhof noch etwas Luft“, hatte er gewitzelt – und Recht behalten. „Mein Ziel, eine Einzelmedaille zu gewinnen, habe ich schon erreicht", sagte Groß.

Beim Weltcup in Ruhpolding Mitte Januar hatten die Norweger noch alle Einzelrennen gewonnen, doch gestern leisteten sie sich viele Schießfehler. Im Gegensatz zu Groß, der bei zehn Versuchen zehnmal traf. 9,1 Sekunden Rückstand hatte er im Ziel auf Poirée. Nach dem letzten Schießen lag er rund sieben Sekunden hinter Poirée, „dann kam ich auf drei Sekunden ran und musste beißen“. Es reichte nicht ganz, dennoch „war es für mich das perfekte Rennen“.

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