Sport : Das Prinzip Hoffnung

Armin Lehmann

interpretiert den Saisonstart von Hertha BSC Hertha BSC ungeschlagen! Berlins Fußball-Bundesligist kann nicht mehr gewinnen! Ja, was denn nun? Vier Spiele, vier Unentschieden. Noch immer weiß das Team nicht, was es wirklich kann, wo es wirklich steht. Das könnte, falls im nächsten Spiel gegen Tabellenführer Stuttgart verloren wird, ernstere Folgen haben, als die Verantwortlichen im Moment öffentlich eingestehen wollen: Die vergangene Saison, diese verkorkste, könnte sich zurück in die Köpfe schleichen. Und verunsichern.

Positiv gedeutet verlief die Saison bisher so: Trainer Götz hat konsequent die Verjüngung fortgesetzt, hat das Spiel offensiver und aggressiver ausgerichtet. Die Elf ist gewillt, die Vorgaben umzusetzen, sie ist mit Gilberto und noch ohne den verletzten Bastürk kreativer im Mittelfeld geworden und hat gegen Bochum, beim FC Bayern und in den ersten Minuten von Nürnberg den Fußball gezeigt, der für die Zukunft Erfolg verspricht.

Negativ gedeutet hat die bisherige Saison etwas anderes gezeigt: Die Kreativität im Mittelfeld, die mehr herausgespielten Torchancen, führen nicht zu Toren, weil die Stürmer die Chancen nicht verwerten. Die Stürmer treffen, wie schon vergangene Saison, zu selten. Die Mannschaft ist zudem nicht in der Lage, ein ganzes Spiel hindurch auf hohem Leistungsniveau zu absolvieren. Plötzlich verfällt das Team in die Lethargie der Vorsaison, hat Angst vor der eigenen Courage, hört auf, aggressiv nach vorne zu spielen.

Hier beginnt das wahre Problem: Noch immer gibt es keinen wirklichen Führungsspieler, niemanden, der in den heiklen Phasen eines Spiels die Mannschaft aufbaut und stabil hält. Herthas Verantwortliche wissen das, deshalb beschwören sie den Teamgeist, die Verantwortung aller und setzen auch die jungen Spieler öffentlich unter Druck. Dahinter steckt auch ein einfaches Prinzip, das nun helfen soll: das Prinzip Hoffnung.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben