Sport : Das Prinzip Selbstzerstörung

Christian Hönicke

über die Formel 1 nach dem Ausstieg von Jaguar Aus sportlicher Sicht ist der Verlust durchaus zu verschmerzen. Der Rennstall Jaguar zieht sich nach fünf Jahren aus der Formel 1 zurück – ohne einen einzigen Sieg. Ford, das hinter den grünen Autos steht, bietet das Team zum Verkauf an. Das ist ein normaler Vorgang in der Formel 1, schließlich hatte der Konzern den Rennstall selbst einst vom früheren Weltmeister Jackie Stewart erworben. Trotzdem bekommen die Probleme der Rennserie durch den Ausstieg Jaguars eine völlig neue Dimension.

Steigende Kosten durch immer teurere Materialien haben in bedauernswerter Regelmäßigkeit Rennställe in den Konkurs geführt. Bislang waren vor allem die kleinen Teams betroffen, die ohne finanzielle Rückendeckung der Automobilindustrie das Abenteuer Grand Prix bestreiten wollten. Doch wenn jetzt sogar dem zweitgrößten Autohersteller der Welt das Geld für die Formel 1 ausgeht, ist es Zeit für die Verbliebenen, sich Gedanken zu machen.

Sie haben das lange vermieden und sich lieber einem Machtkampf mit Max Mosley hingegeben. Der Präsident des Motorsport-Weltverbandes (Fia) hat die Gefahr längst erkannt und versucht seit Jahren, durch Regeländerungen die Kosten zu senken. So energisch war der Widerstand der uneinsichtigen Rennstallbesitzer, dass Mosley entnervt aufgab und demnächst zurücktreten wird.

Der Ausstieg von Ford ist die vielleicht letzte Chance, die dringend notwendige Sanierung der Formel 1 in Angriff zu nehmen. Bisher verwahrten sich gerade die großen Konzerne gegen weniger Technik und kostengünstige Einheitsteile für alle Teams – mit der Begründung, der Wettkampf der Ingenieure gehöre zum Prinzip Formel 1. Das stimmt. Aber vielleicht ist es an der Zeit, dieses Prinzip zu opfern. Aus reinem Selbsterhaltungstrieb.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben