Sport : Das Problem mit dem Anspruch Schwimmer Biedermann sagt WM-Teilnahme ab

Berlin - Paul Biedermann hat den Wettkampf gegen Körper und Zeit verloren. Der Weltrekordler muss nach Gesundheitsproblemen auf die Schwimm-WM in Barcelona verzichten. Wegen einer zu langen Trainingspause sagte er seine Teilnahme an der deutschen WM-Qualifikation in Berlin in zwei Wochen ab. Damit verzichtet der 26-Jährige auch auf den Saisonhöhepunkt in Barcelona (19. Juli bis 4. August). „Leider hat ein verschleppter Infekt kein optimales Training in den letzten zwei Monaten zugelassen“, sagte Biedermann. „So einen Trainingsausfall kann man nicht einfach aufholen. Dafür ist mein Anspruch an mich selbst viel zu hoch“, ergänzte der Doppel-Weltmeister von 2009.

Biedermann gehörte zu den wenigen WM-Kandidaten der deutschen Beckenschwimmer, die im Vorjahr erstmals seit 1932 olympisches Edelmetall verpasst hatten. Der Lebensgefährte von Peking-Olympiasiegerin Britta Steffen hatte seinen einzigen Langbahn-Wettkampf in diesem Jahr Ende Januar auf Nebenstrecken bei den deutschen Mannschaftsmeisterschaften bestritten. Danach ging ausgerechnet in der trainingsintensiven Phase mit hohen Kilometer-Umfängen im Wasser so gut wie nichts mehr. Wochenlang musste Biedermann das Becken meiden und auch das Athletiktraining an Land vernachlässigen. Zuletzt wurde die Zeit knapp, ein für das Wochenende geplanter Testwettkampf seines Hauptsponsors wurde erst am Mittwoch gestrichen. Zwar geht es dem Europameister über 200 und 400 Meter Freistil inzwischen „schon viel besser“, er habe mit dem Athletiktraining an Land wieder begonnen, und auch der Genesungsprozess verläuft Biedermann zufolge „sehr gut“. Doch das reicht nicht: „Ich fühle mich nicht in einer sportlich stabilen Form, um bei der kommenden Weltmeisterschaft in Barcelona konkurrenzfähig antreten zu können.“ Bei der WM vor zwei Jahren in Schanghai hatte er dreimal Bronze gewonnen.

Chefbundestrainer Henning Lambertz bedauert den Ausfall seines Besten im Herren-Team, blickte jedoch schnell nach vorne. „Ich denke, für ihn erwächst daraus aber eine neue Chance im Hinblick auf die EM 2014, und er kann nach dieser schweren Entscheidung jetzt wieder gelöster nach vorne blicken“, sagte Lambertz. Er sicherte Biedermann weiterhin einen Platz im Eliteteam und die „volle Unterstützung als Cheftrainer“ zu. dpa

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