Sport : Das Revier schwächelt

Schalke 04 und Borussia Dortmund spielen 0:0

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Vor dem 127. Revierderby war es außerordentlich ruhig zugegangen. Es war nicht die Ruhe vor dem Sturm. Nach dem 0:0 zwischen Schalke 04 und Borussia Dortmund kam es zwar zu großem Händeschütteln unter Kollegen. Von den Tribünen jedoch waren Pfiffe zu hören. Die Zuschauer in der Schalke-Arena hatten wenig Erbauliches geboten bekommen. Während die Borussen sich immerhin über einen Auswärtspunkt freuen konnten, wirft das torlose, spielerisch teils trostlose Treffen den FC Schalke im Kampf um die Champions-League-Qualifikation wieder weiter zurück. Der Rückstand auf den HSV ist auf sechs Punkte gewachsen.

„Es gibt Tage, da geht es einfach nicht“, sagte der Gelsenkirchener Verteidiger Marcelo Bordon. Sein Trainer Mirko Slomka, der zum ersten Mal in der heimischen Arena die Verantwortung trug, nahm eine rhetorische Anleihe bei Huub Stevens, einem seiner Vorgänger: „Die Null steht.“ Im ganzen Spiel langte es nur zu einem Treffer, der so kurios wie bedeutungslos war. Der Dortmunder Dede brachte das Kunststück fertig, aus 50 Meter Entfernung mit einer verunglückten Flanke die Eckfahne zu treffen. Eine Szene, die das Niveau des Spiels trefflich illustrierte.

Manchmal reicht ein fieses kleines Foul, das Treiben auf dem Rasen und auf den Rängen zu befeuern. In Gelsenkirchen schien dieser Augenblick nach gut einer Viertelstunde gekommen. Christian Poulsen sprang den Dortmunder Torhüter Roman Weidenfeller derart ungestüm an, dass er für dieses Vergehen mit der Gelben Karte bestraft wurde. Weidenfeller blieb kurz liegen, hielt jedoch anschließend, was zu halten war. Es waren zumeist Freistöße oder Distanzschüsse. Die Schalker vermochten sich gegen die aufmerksame Dortmunder Defensive selten durchzusetzen. Was dennoch in Richtung Tor kam, meisterte Weidenfeller.

Auf der Gegenseite wagten die Dortmunder sich zwar selten nach vorn, wirkten bei ihren Vorstößen aber gefährlich. Ein abgefälschter Freistoß von Tomas Rosicky prallte gegen den Pfosten. Kurz vor der Pause hätte Salvatore Gambino im Strafraum freie Bahn gehabt, wenn Verteidiger Mladen Krstajic ihn nicht regelwidrig gebremst hätte. „Wenn da ein Tor gefallen wäre, wäre das Spiel anders gelaufen“, sagte Gambino. Es konnte aber nicht fallen. Schiedsrichter Knut Kircher ließ das Foul ungeahndet. Eine Fehlentscheidung. „Schade, es war ein hundertprozentiger Elfmeter“, sagte BVB-Trainer Bert van Marwijk. Sein Gegenüber Slomka schloss sich an. „Nach der Zeitlupe muss ich sagen, das war ein Elfmeter.“

Nach der Pause wurde Dortmund zeitweise etwas energischer, während der Schalker Sturm erlahmte. „Wir haben zu wenig Druck aufgebaut“, sagte Slomka. Rosicky versuchte sich beim BVB als treibende Kraft, konnte seiner Elf aber nicht zu mehr Durchschlagskraft verhelfen. Mit einem gefährlichen Distanzschuss verfehlte er knapp das Ziel. Sonst brachten beide Parteien nicht viel Produktives zustande. Es blieb bei dem Unentschieden, das den Dortmundern mehr nützt als den Schalkern.

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