• Das sagt der Trainer des nächsten Gegners: Pavel Gross: "Die Eisbären sind doch nicht schlecht gestartet"

Das sagt der Trainer des nächsten Gegners : Pavel Gross: "Die Eisbären sind doch nicht schlecht gestartet"

Pavel Gross, einst Profi bei den Berliner Capitals, ist seit dieser Saison Cheftrainer beim EHC Wolfsburg. Am Freitag empfängt er mit seinem Team die Eisbären Berlin.

Nächster Halt Wolfsburg. Die Eisbären mit Daniel Weiß (links vorn) und Sven Felski (r.) treten am Freitag bei den Grizzly Adams an.
Nächster Halt Wolfsburg. Die Eisbären mit Daniel Weiß (links vorn) und Sven Felski (r.) treten am Freitag bei den Grizzly Adams...Foto: Kitty Kleist-Heinrich

Pavel Gross, am Freitag empfangen Sie mit Ihren Wolfsburgern die Eisbären. Ein Spiel gegen Berlin, das muss doch etwas Besonderes für Sie sein, oder?
Ich habe einige Jahre in Berlin gespielt und gelebt. Aber das ist Vergangenheit und dann habe ich ja auch nicht für die Eisbären, sondern für die Berlin Capitals gespielt. Dass ich nun mehr empfinde als bei einem anderen Spiel kann ich nicht sagen. Aber Eines ist klar: Die Eisbären sind am Freitag klarer Favorit bei uns.

Dabei sind die Berliner ja eher holprig in die Saison gestartet, haben von vier Spielen erst eines in der regulären Spielzeit gewonnen.
Die Eisbären sind schlecht gestartet? Das finde ich überhaupt nicht, das ist doch eine Erfindung der Medien. Die Berliner haben drei von vier Spielen gewonnen. Es ist wohl so, dass mit der Lust der Hunger wächst. Wenn die Eisbären also nicht 6:2 sondern nur 3:2 gegen Iserlohn gewinnen, ist das anscheinend schlecht für einige Leute. Das halte ich für übertrieben. Die Eisbären sind ein hervorragendes Team.

Kommen wir zu Ihrer Mannschaft, zuletzt haben Sie gleich zwei Mal knapp gegen Mannheim verloren. Sind Sie mit dem Saisonstart insgesamt zufrieden?
Wir haben gegen eine sehr starke Mannschaft sehr gut defensiv gespielt und nur im Penaltyschießen verloren. Aber das ist eine Lotterie, ich bin zufrieden – vor allem auch mit der Leistung unseres Torwartes Daniar Dshunussow.

Dshunussow wurde bei den Eisbären ausgebildet, wie sieht es denn perspektivisch mit dem Nachwuchs in Wolfsburg aus?
Ach da ist eher wenig, die Sportart Eishockey ist in Wolfsburg noch sehr jung. Bislang ist es doch so, dass im deutschen Eishockey vor allem in Mannheim, Berlin und in Bayern gefördert wird. Das ist natürlich nicht genug, der Nachwuchs ist unsere Zukunft und da passiert zu wenig. Da darf man sich auch nicht von der guten Weltmeisterschaft blenden lassen, die die Deutschen im Mai gespielt haben.

Wie meinen Sie das?
Bei der WM hat alles gepasst, zudem hat der Heimvorteil geholfen. Aber trotz des vierten Platzes der Deutschen habe ich auch Probleme gesehen: Es fehlt an torgefährlichen Stürmern, es gibt kaum deutsche Torjäger. Das ist ein ganz großes Manko. Aber es gibt auch viele positive Zeichen: Die Deutschen haben eine relativ junge Abwehr und noch viele Talente wie zum Beispiel unseren Spieler Christopher Fischer und den Berliner Frank Hördler, die noch nachrücken werden. Wir müssen nun dran bleiben beim Nachwuchs, kontinuierlich arbeiten, so wie die Schweizer das schon seit Jahren machen. Im deutschen Eishockey wird immer nur gemeckert, aber zu wenig getan. Da bewegt sich zu wenig.

Was kann denn der neue Wolfsburger Cheftrainer Pavel Gross in Wolfsburg in dieser Saison bewegen? Vergangene Saison kam das Team ja immerhin ins Halbfinale, unter Trainer Anton Krinner und Kotrainer Pavel Gross.
Da lasse ich mich nicht unter Druck setzen. Ich kenne meine Mannschaft, und weiß wie gut sie ist. Wenn wir die Play-offs erreicht haben, dann können wir über Ziele sprechen. Vorher nicht.

Das Gespräch führte Claus Vetter

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