Sport : Das Saisonziel entfernt sich Hannover rutscht nach 0:2 bei Bayer in die Krise

Jörg Strohschein

Leverkusen - Wer Dieter Hecking am gestrigen Abend begegnete, der war gut beraten, einen größeren Bogen um ihn zu machen. Die 0:2 (0:2)-Niederlage bei Bayer Leverkusen setzte dem Trainer von Hannover 96 sichtbar zu. Es schien, als habe diese Partie dafür gesorgt, dass dem Coach der Niedersachsen in diesem Moment bewusst wurde, dass er die Saisonziele seines Klubs revidieren muss. Und dieser Umstand entfachte seinen Zorn. Das obere Tabellendrittel der Fußball-Bundesliga ist nach sieben Partien in der Rückrunde mit nur einem Sieg in weite Ferne geraten. „Wenn wir nicht bald wieder die elementaren Dinge wie Zweikämpfe und Ballbehauptung beherzigen, dann wird es eine ganz schwere Rückrunde“, sagte Hecking. Dieses unerfreuliche Urteil resultierte zum einen aus der schwachen Leistung seines Teams. Zum anderen musste Hecking mit ansehen, dass die Leverkusener noch einen deutlichen Qualitätsvorsprung vorweisen können. „Wir haben sicher ehrgeizige Ziele, aber wir sehen, wie weit wir davon entfernt sind.“

Vor allem Theofanis Gekas sorgte mit seinem Treffer zur 1:0-Führung dafür, dass diese Partie vor 22 500 Zuschauern zu einem besonderen Ereignis aus Sicht der Leverkusener wurde. Der Bayer-Angreifer lupfte den Ball gleichfalls gefühlvoll als auch spektakulär von der Strafraumgrenze über Torhüter Robert Enke hinweg. Noch in der ersten Halbzeit bereitete der Grieche mit einem wohl dosierten Pass auch noch den zweiten Treffer von Tranquillo Barnetta und damit schon die Entscheidung vor. „Das war eine sehr starke Leistung von Theofanis“, sagte Leverkusens Trainer Michael Skibbe. „Aber insgesamt hat meine Mannschaft wie aus einem Guss gespielt.“

Mit ihrem verdienten Erfolg bleiben die Leverkusener auf dem derzeit vierten Tabellenrang in Reichweite zu den Plätzen, die am Ende zur Qualifikation für die Champions League berechtigen. Bei einer konsequenteren Chancenverwertung hätte das Ergebnis noch deutlich höher für die Gastgeber gegen zeitweilig völlig überforderte Hannoveraner ausfallen können. Jörg Strohschein

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