Sport : Das Schlagzeug besiegt

Helen Ruwald

Das Schlagzeug hatte keine Chance. Stefano Garris wollte unbedingt an den Ball, drei Sekunden vor dem Ende des dritten Viertels. Der Basketball-Nationalspieler von Alba Berlin bekam bei seiner Abwehraktion so viel Schwung, dass er, um nicht gegen die Bande zu knallen, über sie sprang. Mitten hinein in den Alba-Fanblock in der Max-Schmeling-Halle. Das Schlagzeug kippte um, doch wenigstens hatten die Trierer nicht mehr getroffen. Garris hatte den 60:50-Vorsprung verteidigt. Kurz vor Ende der Partie wälzten sich Henrik Rödl und Dejan Koturovic mit ihren Gegnern auf dem Boden und holten beim Stand von 79:66 einen Einwurf heraus, bejubelt von den Fans, die Alba nach dem 81:68-Sieg feierten.

Nach dem ersten Viertel (10:18) rissen sich die Berliner zusammen und zeigten zwar keine überragende spielerische, aber eine starke kämpferische Leistung. Der letzte Biss, der in den letzten Wochen häufig gefehlt hatte, ist wieder da. "Ich denke, die schlimmste Zeit haben wir überstanden", sagte Mithat Demirel, "alle sind wieder fit, wir haben im Training mehr Konkurrenzkampf" - und schon hängt sich jeder noch ein bisschen mehr rein.

Der zuletzt verletzte Kapitän Henrik Rödl riss die Mannschaft mit, Wendell Alexis war wieder einmal Albas bester Scorer mit 26 Punkten - und machte damit die Null-Prozent-Feldwurfquote von Marko Pesic wett. Dejan Koturovic reicht ein Sieg allein nicht zum Glücklichsein, "ich hoffe wir werden in Zukunft wieder mit mehr Spaß spielen. Heute hatten wir vor dem Spiel zu viel Druck".

Der ist nach zuletzt drei Siegen in der Bundesliga in Oldenburg, Hagen und gegen Trier etwas gesunken. Alba ist Dritter, vier Punkte vor dem Fünften Leverkusen, der überraschend gegen Hagen verlor. Die ersten vier haben in den Play-offs Heimrecht, es sieht gut aus für Alba. Die Euroleaguespiele, bei denen das Selbstbewusstsein der Berliner viele Dämpfer erlitt, sind Vergangenheit. Dass es wirklich aufwärts geht, muss Alba am Mittwoch im Pokal in Braunschweig beweisen. Die Gastgeber sind in der Bundesliga Vorletzte.

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