Sport : Das Sein versaut das Bewusstsein

Schalkes Krise erreicht die Champions League

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Tel Aviv - Wie in einer Dauerschleife hatte Felix Magath zuletzt darauf verwiesen, dass die Leistungen seiner Mannschaft sowohl im internationalen Wettbewerb als auch im DFB-Pokal stets vorzeigbar waren. So schlecht könne es um die Leistungsfähigkeit seiner neu zusammengestellten Mannschaft also doch nicht bestellt sein. Doch die stetigen Misserfolge in der Bundesliga dürften mittlerweile dazu geführt haben, dass selbst dieses Selbstverständnis große Risse bekommen hat. So konnten die Spieler des FC Schalke 04 am Ende froh sein, dass sie diese Champions-League-Partie am Dienstagabend bei Hapoel Tel Aviv unbeschadet überstanden hatten. Das 0:0 erhält zwar alle Möglichkeiten, das Achtelfinale aus eigener Kraft zu erreichen. Doch das Ende der Krise ist auch nach dieser Begegnung noch lange nicht in Sicht.

Zumindest in diesem Wettbewerb sollten Attribute wie Verunsicherung, Misstrauen in die eigenen Fähigkeiten oder kollektive Angst bei der Mannschaft von Felix Magath keine Rolle spielen. Die Vorstellung der Schalker gegen Hapoel Tel Aviv im Bloomfield-Stadion vor 15 700 Zuschauern zeugte aber viel zu selten von dem Selbstbewusstsein, das sich die Schalker in der Champions League zuletzt immer wieder einzureden versucht hatten. Viel zu geringe Laufbereitschaft, ideenloses Aufbauspiel und kaum vorhandene Durchsetzungsfähigkeit kennzeichneten die ungenügenden Bemühungen der Schalker Profis. Sie arbeiteten wie ein schwerfälliger Güterzug. Und so gestatteten sie den Israelis, die sie beim 3:1-Hinspiel-Sieg vor zwei Wochen noch nahezu problemlos beherrscht hatten, mehrfach gefährlich vor das Tor zu gelangen. Gegen die Hapoel-Spieler Toto Tamuz, Ben Sahar und Eran Zahavi musste Torhüter Manuel Neuer in der ersten Hälfte jeweils sein ganzes Können aufbieten, um seine Mannschaft weiterhin im Spiel zu halten.

Vor allem über die Außenpositionen, auf denen Sergio Escudero auf der linken und Atsuto Uchida auf der rechten Seite aufgeboten worden waren, hatten die Israelis die größten Defensiv-Schwachstellen früh ausgemacht. Doch auch im Angriff der Schalker lief, bis auf einen Freistoß von Escudero, so gut wie gar nichts zusammen. Diese Schalker Behäbigkeit setzte sich in der zweiten Hälfte fort. Hapoel hatte kaum Mühe, die Schalker Offensivbemühungen frühzeitig zu stören. Allerdings versäumten es die Israelis trotz großer Torchancen, den Siegtreffer zu erzielen. Auch weil Neuer einen sehr guten Tag erwischt hatte. Jörg Strohschein

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