Sport : Das Spiel verspielt

In der Schlussminute gibt Alba in Köln einen sicher geglaubten Sieg aus der Hand und verliert 58:61

Martin Fünkele[Köln]

In der Kölnarena waren gestern noch gut drei Minuten zu spielen. Vor 14 917 Zuschauern – Saisonrekordbesuch in der Basketball-Bundesliga – hatte Albas Hollis Price die Berliner gerade mit einem Dreipunktewurf 57:49 in Führung gebracht. Die Entscheidung schien gefallen. Zwei Spielminuten später allerdings leuchtete auf der Anzeigetafel ein 61:58 (36:27) – für die Gastgeber von Rheinenergie Köln, die für das Spitzenspiel in die Kölnarena umgezogen waren.

Mit schmalen Lippen trug Henrik Rödl später sein Statement vor. „Das war sehr enttäuschend“, sagte Albas Trainer. „Wir hatten genügend Chancen, das Spiel zu entscheiden. Doch dazu fehlte uns die Souveränität.“ Hollis Price und Mike Penberthey stellten in den ersten 20 Spielminuten die Kölner Abwehr immer wieder vor Probleme. Die frühe 15:5-Führung der Berliner war Beleg dafür. Den ersten Bruch im Berliner Spiel gab es zu Beginn des zweiten Viertels, als der bis dahin stark spielende perfekte Quadre Lollis und Regisseur Price durch Mazeika und Arigbabu ersetzt wurden.

Die Kölner dagegen hatte bis dahin nervös gespielt und nicht so gewirkt, als könnten sie Alba den großen Kampf liefern. Das sollte sich aber ändern. „Ich habe meinen Spieler gesagt, dass sie an sich glauben müssen“, sagte Kölns Trainer Sasa Obradovic. Das taten sie dann offensichtlich – allen voran Titus Ivory. Zweimal hintereinander traf der Kölner aus einer Position jenseits der 6,25m-Line und verkürzte aus Kölner Sicht auf 46:47. Hatte Berlin bis zu diesem Zeitpunkt jeden Kölner Zwischenspurt souverän mit einem Dreier gekontert, verfehlte jetzt Luke Whitehead zwei unbedrängte Distanzwürfe. „Das war schon eine entscheidende Szene“, sagte Rödl. Doch noch gravierender war aus Rödls Sicht das fünfte Foul von Quadre Lollis in der 35. Minute. „Quadre hat uns mit seiner Energie unter dem Korb gefehlt.“

Hatten die Berliner das Reboundverhältnis noch bis zur Pause dominiert (22:17), so schnappten sich die Kölner am Ende acht Rebounds mehr (36:44). „Das ist vielleicht unser wichtigster Sieg in dieser Saison“ sagte Obradovic. „Wir haben den mentalen Krieg gewonnen.“

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