Sport : Das Team verliert an Boden, weil der Trainer das Spiel verpasst

Noch zwei Tage nach dem Rückschlag von Hannover ärgerte sich Eduard Geyer im Krankenbett. "Die Mannschaft hatte sich so viel vorgenommen, und dann war schon in der ersten Minute viel zerstört", schimpfte der Cheftrainer des FC Energie, der sich am Sonntag noch immer zu Hause in Dresden von seiner schweren Virus-Infektion erholte. Doch Geyer, der noch nie zuvor wegen einer Erkrankung ein Spiel verpasst hatte, zeigte sich schon wieder ganz als Kämpfer: "Am Montag gehe ich nochmal zum Arzt, aber spätestens am Dienstag will ich wieder bei der Mannschaft sein."

Geyer weiß, dass mit dem 2:3 bei Hannover 96 nicht nur drei wichtige Punkte verspielt wurden, sondern die Konkurrenz aus Nürnberg (42 Punkte) und Mönchengladbach (40) den Lausitzern (42) nun verstärkt im Nacken sitzt. Und am Samstag kommt mit Tennis Borussia (37) ein weiterer Kontrahent, der zumindest noch versteckt Erstliga-Ambitionen anmeldet. Doch Geyer, in Hannover von seinem Assistenten Hagen Reeck vertreten, will sich erst noch einmal mit der achten Auswärts-Pleite (öfter verloren nur die Stuttgarter Kickers) beschäftigen. "Obwohl wir in der Abwehr mit einem Mann mehr gespielt haben, gab es da ein reines Durcheinander, keine Zuordnung, keine Abstimmung", schimpfte Geyer trotz seiner maladen Verfassung.

"Das war desolat. Und durch individuelle Fehler sind wir in die Rückstände geraten", bemerkte Manndecker Christian Beeck selbstkritisch. Der Ex-Rostocker war extra als dritter Mann in die Verteidigungskette vor Libero Detlef Irrgang beordert worden. Denn die 96-er boten mit Andrzej Kobylanski, der für die neue Saison mit Energie in Verbindung gebracht wird, einen dritten Stürmer auf. Doch die taktische Maßnahme, den offensiver ausgerichteten Olaf Renn dafür zu "opfern", ging völlig daneben. "Wir wollten anfangs sicher stehen, doch nach dem 0:2 war im Prinzip alles gelaufen", sagte ein geschockter Reeck.

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