Sport : Das Tennis-Tagesgespräch

Günter Sanders ist nach wie vor für ein Mini-Grand-Slam-Turnier in Hamburg

FRAGE: Es hat so eine rasante Entwicklung gegeben bezüglich Ihrer Person in den vergangenen Wochen - welche Positionen bekleiden Sie denn jetzt eigentlich noch im DTB, welche nicht mehr?

SANDERS: Bis zu diesem Wochenende war ich noch alles.Seit 18 Jahren arbeite ich für den DTB.Gleich von Anfang an war ich Generalsekretär, wenig später wurde ich Geschäftsführer der DTB-Holding.Als Turnierdirektor bin ich in Hamburg seit 1991 alleinverantwortlich.Aber wie ja bekannt ist, lautet die Idee, daß ich zukünftig nur noch Turnierdirektor sein und den Verband bei internationalen Aufgaben vertreten soll.Zur Zeit verhandeln die Anwälte vom DTB und mir über eine Vertragsanpassung.Vorausgesetzt, wir einigen uns, lege ich die beiden anderen Posten nieder.Wenn nicht - ich habe einen Vertrag bis 2004.

FRAGE: Sie haben maßgeblich dazu beigetragen, daß die Super-Neun-Turniere der Herren, dazu gehört auch die Veranstaltung in Hamburg, einen langfristigen Vertrag mit dem Rechte-Verwerter ISL abschlossen.Es war zu lesen, daß der DTB dadurch 20 Millionen DM pro Jahr kassiert.

SANDERS: Die Zahl 20 Millionen ist maßlos übertrieben.Das Geld gibt es auch nicht zusätzlich, wir haben jetzt schon Verträge, die uns gute Einnahmen sichern.Zunächst haben wir noch drei Jahre lang Verträge mit IMG und Ufa.Diese müssen noch honoriert werden.Außerdem muß schließlich das Turnier von dem Geld bestritten werden, Preisgelder usw.Aber spätestens nach den drei Jahren werden sich die Einnahmen erhöhen, sonst hätten wir das Geschäft nicht gemacht.

FRAGE: Die German Open in Hamburg sind in den vergangenen Jahren so etwas wie Ihr Turnier geworden.

SANDERS: Ich bin ziemlich stolz auf das, was da entstanden ist.Wir haben alles erreicht, was wir erreichen wollten.Das Turnier steht auf finanziell sicheren Füßen, ist in der Super-Neun-Serie fest verankert, der ISL-Deal hat auch nach Wunsch geklappt.Ich habe dem DTB, glaube ich, mehrere 100 Millionen DM an Einnahmen ermöglicht.

FRAGE: Der Verband hat Sie dafür nicht gerade belohnt.Von wem fühlen Sie sich abserviert: Vom alten Präsidenten Claus Stauder, vom neuen Präsidenten Karl Weber, von einigen der mächtigen Landesfürsten - oder von allen zusammen?

SANDERS: Ich weiß, dieses Thema ist für die Öffentlichkeit interessant.Aber Sie werden verstehen, daß ich dazu überhaupt nichts sagen werde.Schon gar nicht, solange die Anwälte verhandeln.

FRAGE: Es ist bekannt, daß Sie am liebsten die German Open der Damen und Herren in Hamburg vereinen würden.

SANDERS: Ich gebe zu, ich glaube, ein kombiniertes Turnier wäre das Beste, was wir tun könnten.Das ist eine faszinierende Idee, das Produkt ließe sich als Mini-Grand-Slam besser verkaufen.Aber es gibt Verträge, aus denen wir im Moment nicht herauskönnen und nicht herauswollen.Die Verträge mit der Damentennis-Organisation WTA lassen kein gemeinsames Turnier zu.Der dafür nötige Umbau der Hamburger Anlage kostet Geld, das zur Zeit nicht da ist.Vor 2002 oder 2003 muß man darüber nicht intensiver nachdenken.

FRAGE: Es steht fest, daß die German Open der Herren im nächsten Jahr eine Woche später stattfinden, Sie haben mit Rom getauscht.Da die German Open der Damen nicht parallel in Berlin laufen können, liegen sie eine Woche später, direkt vor den French Open.

SANDERS: Die Terminverschiebung ist für Berlin wirklich nicht gut.Das kann man 2000 machen, danach müssen wir eine Lösung finden.Es ist ein schwieriges Problem.Aber wir haben als DTB eine Verpflichtung für Berlin, das ist auch unser Turnier.Es wird bestimmt neue Verträge geben, aber nichts, was Berlin schlechter stellt als bisher.

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